Schüler des Carl-Duisburg-Gymnasiums verpassten Wagners Oper ein neues Gewand.

Wagner mal anders.
Wagner mal anders.

Wagner mal anders.

Andreas Fischer

Wagner mal anders.

Wuppertal. Richard Wagner legte seine Opern-Tetralogie "Der Ring der Nibelungen" als ein Bühnenfestspiel für drei Tage und Vorabend aus. "Viel zu lang", dachte sich die Theater AG des Carl-Duisberg-Gymnasiums und verpasste den drei Stücken um Macht und Liebe in knappen zwei Stunden ein neues Gewand.

Zwar blieben der Grundgedanke der Handlung, sowie die Figuren erhalten, doch spätestens als Gott und Heervater Wotan im Hawaiihemd und mit an den Zehen abgeschnittenen Tennissocken in seinen Flip Flops die Bühne betrat, wussten die Zuschauer, dass hier etwas anders ablief als bei Wagner.

So nimmt die Sage um das Rheingold, behütet von den drei Rheintöchtern, das zu endloser Macht verhilft, wenn sein Besitzer der Liebe abschwört und einen Ring daraus schmiedet, seinen etwas ungewöhnlichen Lauf. Zwerg Albrich stiehlt den Schatz nicht nur, wie in Wagners Fassung, mit wütenden Worten, sondern auch unter Einsatz des berüchtigten "Stinkefingers" und verwandelt sich mithilfe einer Tarnkappe kurzzeitig in einen Geheimagenten.

Wotan leidet nicht an den Nebenwirkungen eines Zaubertranks sondern an denen von zu viel Coca Cola-Genuss und statt der Pause zwischen den einzelnen Stücken von einem Tag, verknüpfen die eben noch Rheintöchter, jetzt schon Walküren mit Brustschutz, die drei Dramen auf ihren City-Rollern, mit denen sie durch die Aula des CDG-Gymnasiums düsen.

An Humor und Kuriosität mangelt
es dem Stück nicht

Anschließend demonstrieren sie mithilfe von Ken und Barbie anschaulich, wie Wotan für seine Nachfahren sorgte. Vor allem an Humor und Kuriosität mangelt es dem Stück wahrlich nicht. Die zwölf Schüler aus den Klassen sieben bis zehn zeigten bei der Premiere ihrer Nibelungenadaption "Der Ring", dass sie verstehen, was auf der Bühne zu tun ist.

Überzeugend, abwechslungsreich und vor allem humorvoll überführten sie die Opern aus der Mitte des 19. Jahrhunderts in die Gegenwart - ganz ohne Gesang, dafür aber mit Schauspielkunst und einer Menge Spaß.

"Bei der Probe vieler Szenen wurde anfangs mehr gelacht, als gesprochen", erinnerte sich Karolin Krause, eine der Rheintöchter. Kleine und große Texthänger verzieh das Publikum mit großem Applaus. Die nächste und auch schon letzte Vorstellung gibt es am 29. September.

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