Wuppertal. Die Bahn gelobt Besserung – dieser Eindruck kam auch bei den Mitgliedern des Verkehrsausschusses an, als am Dienstag DB und VRR die Änderungen für den Schienenersatzverkehr in den Sommerferien vorstellten. Dass diesmal mehrere Vertreter anwesend waren und auf Fragen eingingen, kam gut an. Allerdings sparten die Ausschussmitglieder auch nicht mit Kritik.

„Die Sperrung war eineinhalb Jahre bekannt“, erklärte Hans-Jörg Herhausen (CDU). Der Schienenersatzverkehr in de Osterferien bzw. das, was Bahn und VRR angeboten hatten, sei dafür aber enttäuschend gewesen. „Die Fahrzeiten waren viel zu optimistisch angegeben“, nannte Herhausen ein Beispiel. Es hätte klar sein müssen, „dass auf der A 46 hin und wieder ein Stau ist“.

Auch wenn die angekündigten Änderungen Verbesserungen versprechen, merkte die FDP an, dass man gerade in den Sommerferien auch an Familien denken müsse, die in den Urlaub fliegen, und deshalb auch gute Verbindungen zu den Flughäfen Köln und Düsseldorf anbieten müsse.

Anja Liebert (Grüne) betonte, dass vor allem die Informationspolitik besser werden müsse. „Ein paar Fußstapfen“ auf dem Boden reichten nicht, um Fahrgästen den Weg zum SEV zu weisen. „Da ist eine Nachbesserung nötig.“

Die Informations- und Fahrgastangebote sollen auf jeden Fall ausgebaut werden, hieß es am Dienstag von Seiten der Bahn. Dazu wird es heute auch noch ein Spitzengespräch zwischen der DB und der Stadt Wuppertal geben.

Wie bereits in den Osterferien, bestellt der VRR zusätzliche Betriebsleistungen, die die vertraglich vereinbarten SEV-Leistungen der Eisenbahnverkehrsunternehmen noch einmal erweitern, und stellt dafür in den Sommerferien weitere rund vier Millionen Euro zur Verfügung.

Reisende müssen sich auf den Ersatzverkehr verlassen können

„Ich freue mich, dass es voran geht und die beteiligten Unternehmen nachbessern. Das zeigt, dass die Kritik und die gemeinsamen Gespräche nach der ersten Sperrung gefruchtet haben“, so Oberbürgermeister Andreas Mucke in einer Stellungnahme. Wuppertal brauche für die geplante sechswöchige Bahnsperrung im Sommer einen Schienenersatzverkehr, der diesen Namen auch verdiene. „Reisende müssen sich trotz der Sperrung darauf verlassen können, in angemessener Zeit von A nach B zu kommen“, stellt Mucke klar.

Hintergrund für die Sperrung ist bekanntlich, dass die Deutsche Bahn ein neues elektronisches Stellwerk errichtet, das plänmäßig Ende August in Betrieb gehen soll. Ein Mammutprojekt, wie der DB-Vertreter dem Ausschuss noch einmal erklärte.

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