Das „Johannesfest in Rom“ ist derzeit in der Ausstellung „Mehr Licht“ zu sehen.

Das „Johannesfest in Rom“ ist derzeit in der Ausstellung „Mehr Licht“ zu sehen.
„Johannisfest in Rom“ entstand 1898. Oswald Achenbach hat das dunkel gehaltene Bild gemalt.

„Johannisfest in Rom“ entstand 1898. Oswald Achenbach hat das dunkel gehaltene Bild gemalt.

Von der Heydt-Museum

„Johannisfest in Rom“ entstand 1898. Oswald Achenbach hat das dunkel gehaltene Bild gemalt.

Bekannt waren die Brüder Andreas und Oswald Achenbach als „leuchtendes Doppelgestirn“ und wegen ihrer Vornamen als „A und O der Landschaftmalerei“, denn beide setzten sich besonders mit der Darstellung von Landschaft auseinander. Zu Lebzeiten auch international bekannt, gerieten die Brüder später in Vergessenheit. Eines der Hauptwerke von Oswald Achenbach (1827-1905) ist das Gemälde „Johannisfest in Rom“ (1898). Es ist zurzeit in unserer Sammlungsausstellung „Mehr Licht!“ zu sehen.

Dargestellt ist die Entzündung des Johannisfeuers auf der Piazza di Port S. Giovanni, dem Vorplatz der Kirche S. Giovanni in Laterano, in Rom. Dieser heute noch in Europa verbreitete Brauch findet in der Nacht zum 24. Juni, dem Geburtsfest Johannes des Täufers, statt und steht in Zusammenhang mit der Sommersonnenwende. Im unteren Teil des dunkel angelegten Bildes sieht man die teilweise detailliert abgebildeten Menschen feiern. Oben ragen die monumentalen Kirchtürme von S. Giovanni in Laterano, des angrenzenden Palazzo del Laterano und die daneben liegenden Überreste des ehemaligen Papstpalastes in den Himmel hinein.

Achenbach malte bevorzugt italienische Landschaften, wobei ihm vor allem die römische Campagna die entscheidenden Vorlagen für seine schöpferische Entfaltung lieferte. Damit reihte er sich in die Tradition großer Maler ein, durch die die Campagna zum Ideal für Landschaftsbilder wurde. Für Achenbach spielte dabei besonders die charakteristische Farbgebung sowie das Zusammenspiel von Licht und Schatten eine wichtige Rolle. Um diese farblichen Eindrücke in seinen Werken umzusetzen, trug er einzelne übereinanderliegende Farbschichten in unterschiedlicher Pigmentdichte und Pastosität auf, was seinen Gemälden eine „Haptik“ beziehungsweise Reliefartigkeit verlieh. Zudem steigerte und idealisierte er die Landschaften und Volksszenen Italiens durch seine theatralische Lichtführung.

Dies ging einher mit seinem Sinn für atmosphärische Stimmungen, die durch Tages- und Jahreszeiten bedingt sind. Als besondere Herausforderung sah er dabei die Mondscheinlandschaft, bei der das durch Fackeln inszenierte Licht eine besondere Stimmung zaubert. Dabei wandelten sich Achenbachs Mondscheinlandschaften wie auch die anderen Landschaften besonders in den 1870er Jahren von dramatisch dynamisierten Szenen zu fast beschaulichen Genrestücken mit einer stark belebenden Staffage. Das Bild „Johannisfest in Rom“ gehört bereits seit 1902 zur Sammlung des Von der Heydt-Museums.

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