Die Strecke zwischen Barmer Bahnhof und Herzkamp wird nur noch viermal täglich bedient. Bürgerverein will Nachbesserung.

Die Strecke zwischen Barmer Bahnhof und Herzkamp wird nur noch viermal täglich bedient. Bürgerverein will Nachbesserung.
Fährt am Sonntag das (vorerst) letzte Mal: Die Buslinie 634.

Fährt am Sonntag das (vorerst) letzte Mal: Die Buslinie 634.

Anna Schwartz

Fährt am Sonntag das (vorerst) letzte Mal: Die Buslinie 634.

Barmen. Die Buslinie 634 wird am 7. Januar eingestellt. Bislang führt die Strecke vom Barmer Bahnhof über den Raukamp nach Horath und Herzkamp weiter bis zum Nierenhof Busbahnhof in Velbert. „Die Linie war von Anfang an eine schlechte Verbindung“, sagt Herbert Fleing vom Bürgerverein Hatzfeld. Damit meint er nicht die Strecke, sondern die Taktung.

Der Bus fährt nur alle zwei Stunden aus Wuppertal heraus und wieder zurück. Wer also zum Friedhof nach Herzkamp fährt, hat dort mindestens eine Stunde Wartezeit bis er mit dem Bus zurückfahren kann. Dementsprechend wenig wird der Bus genutzt. „Eine Verkehrszählung hat ergeben, dass das Fahrgastaufkommen wochentags bei null bis sechs Personen liegt“, sagt Holger Stephan, Pressesprecher der Wuppertaler Stadtwerke. Am Wochenende sei die Zahl wegen Ausflüglern etwas höher.

Die Buslinie 634 verläuft zum größten Teil im Ennepe-Ruhr-Kreis. Der Kreis hat 2016 im Nahverkehrsplan festgelegt, die Linie einzustellen, weil sie zu wenig genutzt wird. „Zwischen Herzkamp und dem Barmer Bahnhof wird aber künftig morgens und mittags ein Einsatzwagen fahren“, sagt Stephan. Die Buslinie 634 wird um 7.17 Uhr von Herzkamp Kirche bis zum Barmer Bahnhof fahren. Am Nachmittag fährt der Bus vom Schulzentrum Kothen um 13.48, um 15.43 und um 16.53 Uhr bis Hatzfeld-Wasserturm.

Das reicht den Vertretern der Bürgervereine Horath, Herzkamp, Elfringhausen und Hatzfeld aber nicht. Sie haben der Stadt Wuppertal und den Stadtwerken vorgeschlagen, die Buslinie 634 zwischen Herzkamp und Barmer Bahnhof morgens, mittags und abends je zweimal zu bedienen. „Die Linie könnte funktionieren, wenn man sie richtig plant“, ist Fleing überzeugt. Die Buslinie sei auch für Senioren wichtig, die nach Wuppertal zum Arzt fahren.

„Alle sprechen davon, wie wichtig der öffentliche Personennahverkehr ist“, sagt Fleing. Da müsse die Stadt Wuppertal auch etwas dafür tun, dass die Menschen in Hatzfeld eine gute Verkehrsanbindung haben. Die sieht er durch die Einstellung der Buslinie 634 gefährdet.

Der neue Nahverkehrsplan soll mit Bürgerbeteiligung erstellt werden

„Ich habe große Bedenken, dass die Strecke einfach stillschweigend eingestellt wird“, sagt Fleing. Es gebe für die Anwohner rund um den Hatzfelder Wasserturm zwar noch die Buslinie 635, die an der Haltestelle Gruner Straße vorbeifahre. „Der Fußweg dorthin ist aber fürchterlich“, sagt Fleing.

„Mit ihren Wünschen müssen sich die Bürgervereine an die Politik wenden“, sagt Holger Stephan von den WSW. Im Nahverkehrsplan, der zur Zeit neu erstellt wird, werde beschlossen, welchen Nahverkehr man haben wolle. „Die Einstellung der Buslinie 634 fällt in die Zuständigkeit der WSW und damit ist das eine Entscheidung der Stadtwerke“, sagt hingegen eine Sprecherin der Stadt Wuppertal.

Die Stadt lege nur die Rahmenbedingungen fest, wie sich der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) entwickeln soll. Die Stadtwerke seien dann für die Umsetzung zuständig. Der neue Nahverkehrsplan, der den Plan von 1997 ablösen soll, sehe auch eine Bürgerbeteiligung vor. „Die Bürger kennen am besten die Stadt und können sagen, welche Art von Mobilität sie sich wünschen“, so die Sprecherin weiter. Ziel ist es, den zweiten Nahverkehrsplan Ende 2018 im Rat beschließen zu lassen.

Kurzfristig ist das Problem der Menschen, die von der Einstellung der Linie 634 betroffen sind, also nicht zu lösen.

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