Mit 4,1 Prozent ist der Anteil älterer Menschen, die zusätzliches Geld brauchen, überdurchschnittlich hoch.

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Altersarmut: Betroffen sind überwiegend Frauen.

Altersarmut: Betroffen sind überwiegend Frauen.

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Altersarmut: Betroffen sind überwiegend Frauen.

Wuppertal. Noch trifft die Altersarmut nur einen kleinen Anteil an der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung. Das verhält sich in Wuppertal ebenso wie die stärkere Betroffenheit der Frau in ganz Deutschland. Doch im Vergleich zum Bund und zu NRW sind die älteren Menschen in Wuppertal trotzdem überdurchschnittlich stark in Mitleidenschaft gezogen.

3074 ältere Menschen beziehen Grundsicherung

Im Jahr 2010 waren bundesweit 2,1 Prozent der älteren Menschen betroffen, in NRW 2,7 Prozent, in Wuppertal jedoch 3,9 Prozent. Und der Trend setzt sich zumindest in Wuppertal fort. Ende des Jahres 2011 waren es mit 3074 Personen bereits 4,1 Prozent der älteren Menschen, die sogenannte Grundsicherungsleistungen erhielten.

Für 2012 gibt es noch keine Zahlen. Vermutet wird aber ein weiterer Anstieg in Wuppertal. Das weist jetzt ein städtischer Bericht zur Altersarmut aus. Eine Detailanalyse der Zahlen aus dem Jahr 2011 zeigt zudem, dass über 80-Jährige deutlich seltener Sozialleistungen in Anspruch nehmen. Bei ihnen liegt der Anteil bei 2,3 Prozent, bei den älteren Menschen zwischen 65 und 80 Jahren hingegen bei 4,8 Prozent. Mehr als 85 Prozent der Empfänger von Sozialleistungen im Alter sind unter 80 Jahre alt. Das kann dem Bericht zufolge an den tendenziell geringeren Renten und brüchigeren Erwerbsbiographien der Jüngeren liegen, zum Teil jedoch auch an einer höheren Dunkelziffer bei den Älteren.

Altersarmut ist vor allem weiblich

Weitere klare Aussage des Armutsberichts: „Altersarmut ist nach wie vor weiblich.“ Unter den betroffenen 65- bis 80-Jährigen sind fast 58 Prozent weiblich, bei den über 80-Jährigen sind es fast 70 Prozent. Und in dieser Gruppe sind es in aller Regel alleinlebende Frauen, die nach dem Tod ihres Partners Sozialleistungen brauchen.

Unter den betroffenen älteren Menschen sind jene mit deutscher Staatsangehörigkeit (57 Prozent) die größte Gruppe. Unter den Empfängern mit anderer Staatsangehörigkeit stellen Menschen aus der Ukraine, der Türkei und der Russischen Föderation mit 63 Prozent den größten Anteil.

Im Durchschnitt erhält jeder Empfänger rund 434 Euro monatlich. Vornehmlich liegt die Spanne zwischen 100 und 600 Euro.
 

Altersarmut wird an den Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung außerhalb von Einrichtungen gemessen.

Stadtteile mit hohen Betroffenen-Quoten sind Elberfeld, Barmen und Oberbarmen; solche mit besonders niedrigen Quoten sind Cronenberg und Ronsdorf. In 17 Quartieren spielt Altersarmut statistisch kaum eine Rolle. Die Betroffenheitsquote liegt unter 1 Prozent.

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