Der bergische Gewerkschaftsbund schickt sich an, größter Verband in NRW zu werden – ohne Vorsitzenden Hans Peters.

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In diesem Jahr rechnet der DGB zum 1. Mai mit noch größerem Andrang als 2008.

In diesem Jahr rechnet der DGB zum 1. Mai mit noch größerem Andrang als 2008.

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In diesem Jahr rechnet der DGB zum 1. Mai mit noch größerem Andrang als 2008.

Wuppertal. Der Deutsche Gewerkschaftsbund Bergisch-Land plant den ganz großen 1.-Mai-Aufschlag. SPD-Vorsitzender Franz Müntefering soll die Arbeitnehmer in Scharen auf den Laurentiusplatz locken. Dabei müssen die Gewerkschaften zurzeit gar keine Prominenz auffahren, denn die Arbeitnehmer suchen in Zeiten der Krise ganz ohne Werbung die Nähe zu den Gewerkschaften.

Für die Dachorganisation DBG ist die Krise eine Herausforderung - die letzte große gewerkschaftliche für Regionsvorsitzenden Hans Peters. Der 63-Jährige will im September nicht noch einmal für den Vorsitz kandidieren. Mit der Ära Peters geht im Herbst auch die des DGB Bergisch-Land zu Ende. Die Region plant den Zusammenschluss mit Düsseldorf und wird als DGB Düsseldorf /Bergisch-Land mit 212.000 Mitgliedern größter Gewerkschaftsverbund in NRW. Auf Bundes- und Landesebene ist der Zusammenschluss längst beschlossene Sache - was noch fehlt, ist die Bestätigung durch die Delegiertenversammlung im Herbst.

"Es handelt sich ja auch nicht um unsere Entscheidung", kommentiert Klaus Churt, Organisationssekretär des DGB Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein. Die Vorgabe kommt vom DGB-Bundesvorstand und trifft nicht nur die Rhein-Wupper-Schiene.

Die Stelle von Hans Peters wird in der neuen Struktur nicht mehr besetzt, Hauptsitz der Mega-DGB-Region, die von der niederländischen Grenze bis Lennep reicht, wird Düsseldorf sein. "Aber auch in Wuppertal wird es weiter ein Büro geben", versichert Peters.

Die Fusion wird ein Zusammenschluss auf Augenhöhe. Beide bisherigen Verbände bringen etwa die gleiche Zahl an Mitgliedern ein. "Hier schluckt nicht etwa der Große den Kleinen", so Churt.

Der 1. Mai des DGB in Wuppertal beginnt um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der CityKirche Elberfeld. Um 11 Uhr zeiht der Demonstrationszug von Unterbarmen in Richtung Laurentiusplatz. Dort spricht um 12 Uhr SPD-Chef Franz Müntefering.

Und Hans Peters? Der will sich mehr Zeit für sein Enkelkind und die Bildung nehmen. Der gelernte Schriftsetzer aus Solingen plant, sich als Seniorenstudent an der Bergischen Uni einzuschreiben. Fachrichtungen: Soziologie und Geschichte.

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