Als Marke „Kult:Ost“ wollen Färberei, Wiki, Bandfabrik und Immanuelskirche gemeinsam für Veranstaltungen im Barmer Osten werben.

Als Marke „Kult:Ost“ wollen Färberei, Wiki, Bandfabrik und Immanuelskirche gemeinsam für Veranstaltungen im Barmer Osten werben.
Die Färberei, Am Stennert 8, ist eines der vier Gründungsmitglieder der Kulturoffensive im Barmer Osten. Archiv

Die Färberei, Am Stennert 8, ist eines der vier Gründungsmitglieder der Kulturoffensive im Barmer Osten. Archiv

Uwe Schinkel

Die Färberei, Am Stennert 8, ist eines der vier Gründungsmitglieder der Kulturoffensive im Barmer Osten. Archiv

Wuppertal. Sie wollen raus aus dem Schatten der Elberfelder Konkurrenz und haben sich deshalb zusammengeschlossen: Die Veranstaltungsorte Immanuelskirche, Färberei, Bandfabrik und das Stadtteilzentrum Wiki (Alte Wichlinghauser Kirche). Unter dem Label „Kult:Ost“ wollen sich die vier Veranstaltungsorte im Barmer Osten in Zukunft auf einer gemeinsamen Internetplattform präsentieren. Der Start der neuen Website wird auf Plakaten mit dem Symbol einer aufgehenden Sonne beworben.

Image vom armen Teil Barmens ist noch nicht überwunden

Im Osten geht die Sonne auf – das schien über viele Jahre für den Barmer Osten nicht zu gelten. Stadtteile wie Heckinghausen, Oberbarmen und Wichlinghausen blieben in ihrer Entwicklung gegenüber dem Wuppertaler Westen zurück, während die sozialen Probleme in den Quartieren wegen verstärkter Zuwanderung aus dem europäischen Ausland zunahmen.

Mit Förderprogrammen wie der „Sozialen Stadt Oberbarmen/Wichlinghausen und Heckinghausen“ steuert die Stadt mit finanzieller Hilfe des Landes inzwischen der Entwicklung entgegen, aber das Image vom armen Teil Barmens ist noch längst nicht überwunden, und das Image der Stadtteile färbt auf das Bild der Kulturangebote in den Quartieren ab.

„Uns ist wichtig, dass wir im Osten der Stadt wieder ein anderes Selbstbewusstsein entwickeln“, sagt deshalb Andy Dino Iussa von der Langerfelder Bandfabrik. Ein gesundes Selbstbewusstsein sehen die Gründungsmitglieder von „Kult:Ost“ als Voraussetzung dafür an, alle Wuppertaler und auch Besucher jenseits der Stadtgrenzen davon zu überzeugen, dass die kulturellen Highlights nicht am Alten Markt enden.

„Die Idee für den Zusammenschluss der Gründungsmitglieder auf einer gemeinsamen Website ist spontan aus einem Gespräch heraus entstanden“, sagt Janine Pagel von der Immanuelskirche. Bei „Kult:Ost“ handele sich um einen offenen Kreis, dem sich weitere kleinere Kultureinrichtungen im Barmer Osten gerne anschließen könnten. Auch Kulturschaffende aus den Bereichen der Bildenden Kunst, Wortkünstler oder Lebenskünstler würden mit offenen Armen aufgenommen.

„Wir wollen nach innen wirken, aber auch nach außen. Lokal möchten wir die Leute zum mitmachen animieren“, sagt Janine Pagel. Die Außenwirkung soll bis in die Nachbarstädte reichen. In Solingen oder Remscheid werde Kultur in Wuppertal zumeist mit der Stadthalle oder dem Opernhaus gleichgesetzt. Dabei habe die Stadt viel mehr zu bieten.

Oberbürgermeister Andreas Mucke lobte die Vielfalt der Kulturen im Stadtteil und die Qualität des Kulturangebots. Er begrüßt die Initiative, die die Aufbruchstimmung in den Stadtteilen spiegele. „Die Qualität der kulturellen Angeboten im Barmer Osten ist noch zu wenig bekannt“, so Mucke.

Plattform soll engerem Austausch unter den Anbietern fördern

„Hier spielt die Musik. Kult:Ost“ – so steht es auf Plakaten, die in den kommenden Tagen vor allem an Schwebebahnstationen zu sehen sind. Die aufgehende rote Sonne soll in einer späteren Plakataktion mit Hinweisen auf Veranstaltungen gefüllt werden. Rock, Pop, Folk, Klezmer, Klassik, Kabarett – das alles wird auch im Barmer Osten geboten. Janine Pagel ist überzeugt, dass die Plattform auch zu einem engeren Austausch unter den Anbietern führen wird: „Das erleichtert die Abstimmung, damit nicht an einem Abend sich gleich zwei ähnliche Angebote Konkurrenz machen.“

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