Trotz Schneeschmelze ist am Stadtfluss derzeit nicht mit Hochwasser zu rechnen. In den Wasserkreislauf und Abläufe gelangen allerdings auch große Mengen Streumittel.

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Derzeit fließt viel Schmelzwasser in die Wupper: Blick auf die renaturierte Wupper an der Rosenau in Oberbarmen.

Derzeit fließt viel Schmelzwasser in die Wupper: Blick auf die renaturierte Wupper an der Rosenau in Oberbarmen.

Andreas Fischer

Derzeit fließt viel Schmelzwasser in die Wupper: Blick auf die renaturierte Wupper an der Rosenau in Oberbarmen.

Wuppertal. In diesem Jahr wird beim Wupperverband erstmals ein Warndienst getestet, der auf Hochwasser ausgerichtet ist und dabei gezielt auf Online-Daten von Regen- und Pegelmessstationen zurückgreift. Während inzwischen 30 Gewässer- und neun Talsperrenpegel auf diesem Weg erfasst und für den Meldedienst vernetzt werden, gibt es mit Blick auf die aktuelle Wetterlage Entwarnung: Trotz Schneeschmelze droht aus Sicht des Verbandes im Wuppergebiet kein akutes Hochwasser.

Wupper-Talsperre zu 55 Prozent gefüllt

So ist die Wupper-Talsperre derzeit zu gut 55 Prozent gefüllt. Hinzu komme, dass man bis Ende März ohnehin eine Hochwasser-Reserve in den Talsperren einplane, sollte es doch noch Probleme geben - etwa, wenn große Regenmengen auf nach wie vor gefrorenen Boden treffen, dadurch nicht versickern können und dann in Bäche und Flüsse strömen. Das sei derzeit allerdings nicht zu erwarten. Vom Wuppersammler aus werden nach Angaben der Wuppertaler Stadtwerke derzeit vier Kubikmeter Wasser pro Sekunde zum Klärwerk weiter gepumpt - ohne größeren Rückstau in das Trennsystem für Niederschlagswasser.

Schnee, Granulat und Sand können Abläufe blockieren

Tatsache ist allerdings auch, dass gerade in diesem Winter bislang sehr große Mengen Tausalz, Granulat und Sand zum Einsatz kamen, die nun mit dem Tauwasser in Abläufe und Kanäle strömen: Bis zu 200 Liter dieses Materials können die so genannten Sandfänge aufnehmen, die an den Abläufen installiert sind. Sie werden regelmäßig überprüft, um Rückstaus zu verhindern. Auch mit Schnee verstopfte Regenabläufe können sehr schnell zum Problem werden.

Das Tausalz unterdessen gelangt in gelöster Form bis in die Klärwerke und von dort aus weiter in die Wupper. Bei der Wasserreinigung sorge das für keine Probleme, erklärt der Wupperverband. Über schädliche Auswirkungen etwa auf den Fischbestand in der Wupper sei nichts bekannt - durch den Umstand, dass das Salz im Wasser stark verdünnt ist und nur nach und nach in die Gewässer gelangt.

"Im Prinzip ist das Salz für die Fische unproblematisch", erklärt Helmut Wuttke vom Bergischen Fischerei-Verein auf WZ-Nachfrage. Abgesehen von der starken Verdünnung wirke es sich positiv aus, dass Salz zurückhaltend gestreut und in Naturschutzgebieten ganz darauf verzichtet wird. Schädlich werde Tausalz erst, wenn es in kurzer Zeit in großen Mengen ins Gewässer strömt.

Das Talsperrensystem trägt dazu bei, dass die Hochwassergefahr weitgehend gebannt ist und die Wassermenge im Stadtfluss gezielt gesteuert wird. Halten die Talsperren in Regenzeiten Hochwasser zurück, halten sie in trockenen Zeiten eine konstanten Wasserpegel im Fluss.

Die größte Gefahr droht mittlerweile durch extrem starke Niederschläge - mit Wassermengen innerhalb weniger Stunden, die sonst nur in mehreren Monaten fallen.

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