Das Werk soll etwa 3,6 Millionen Euro einsparen – und die Belegschaft nimmt das sehr gelassen hin.

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Das Wuppertaler Schaeffler-Werk (früher FAG) kommt mit einem blauen Auge davon.

Das Wuppertaler Schaeffler-Werk (früher FAG) kommt mit einem blauen Auge davon.

Andreas Fischer

Das Wuppertaler Schaeffler-Werk (früher FAG) kommt mit einem blauen Auge davon.

Wuppertal. An anderen deutschen Schaeffler-Standorten verließen die Mitarbeiter die Betriebsversammlungen gestern zutiefst geknickt und starteten dann einen Protestzug durch die Stadt. In Wuppertal nahmen die Kollegen die Einsparungspläne hingegen recht entspannt hin. Denn das Wuppertaler Schaeffler Werk (früher FAG Kugelfischer) kommt mit einem blauen Auge davon.

Schon die ersten Gespräche brachten die Lösung

Zirka 250 Millionen Euro (beziehungsweise 4500 Stellen) will Schaeffler bundesweit einsparen. In Wuppertal hätten rein rechnerisch 66 Stellen bedroht sein können. "Doch in Wuppertal geht es nicht um Stellenabbau, sondern um Effizienzsteigerung." Diesen Satz hat Knut Giesler, Erster Bevollmächtigter der IG Metall, auch von der Geschäftsführung gehört.

Im Klartext heißt das: Wuppertal muss die Effizienz um vier Prozent steigern - oder etwa 3,6 Millionen Euro sparen. Eine Summe, die sich nach Angaben von Uwe Beckmann, Betriebsratsvorsitzender am Standort Wuppertal sowie Konzern-Betriebsratsvorsitzender der Schaeffler-Gruppe, zu 60 Prozent bereits in einer ersten kurzen Gesprächsrunde darstellen lässt. "Wir nehmen das sportlich", sagt Giesler dazu.

Zwei Jahre Auszeit für die Fortbildung

Die Instrumente, mit denen die Summe eingespart werden soll: Fluktuation, Altersteilzeit, Aufhebungsverträge und die Chance für Mitarbeiter, sich für zwei Jahre freistellen zu lassen, um in dieser Zeit eine Technikerschule zu besuchen, und danach wieder bei Schaeffler einsteigen zu können.

Der Standort Wuppertal hat in der Schaeffler-Gruppe nach Angaben von Giesler und Beckmann derzeit mehrere Vorteile: Er gehört nicht zum Automotive-Bereich, sondern zum Industriesektor. Die 1500 Mitarbeiter fertigen vor allem für die Windkraftbranche und für die Bahn. Die Auslastung des Betriebs, in dem gut 96 Prozent der Beschäftigten gewerkschaftlich organisiert sind, liegt noch bei 90 Prozent.

Standortsicherung gilt bis Ende 2016

Klar ist nach Angaben der Gewerkschaft, dass die Einsparungen nicht über unbezahlte Mehrarbeit erbracht werden. Schon jetzt werden 38,5 Stunden gearbeitet, aber nur 35 bezahlt. Von rund 125 Leiharbeitern hat sich Schaeffler längst getrennt. Wuppertal ist bei Schaeffler das einzige Werk ohne Kurzarbeit.

Der Standortsicherungsvertrag kam Mitte 2008 zustande, als sich die Frage stellte, ob in Osteuropa oder in Wuppertal investiert wird.

Vor allem aber gibt es eine Standortsicherungsvereinbarung. Und die hat eine lange Laufzeit bis Ende des Jahres 2016. Ein Bestandteil der Vereinbarung: Investitionen in den Standort: Und die belaufen sich in den Jahren 2008 und 2009 auf etwa 70 Millionen Euro.

Geld, mit dem Wuppertal langfristig auch technisch in eine führende Position gebracht werden soll. Festgeschrieben ist auch die Zahl der Beschäftigten - und zwar auf 1501.

Wenn diese Zahl jetzt kurzfristig unterlaufen werde, stellt das Giesler zufolge kein Problem dar. Schon im August kommen schließlich 37 neue Auszubildende hinzu.

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