In dieser Woche trafen sich die Köpfe hinter den Demos in der Börse. Dort wurde über das weitere Vorgehen im Juni gesprochen.

In dieser Woche trafen sich die Köpfe hinter den Demos in der Börse. Dort wurde über das weitere Vorgehen im Juni gesprochen.
Manfred Holzhauer (v.l.), Kerstin Weber, Harald Schwab, Michael Fromm und Szymon Szymanski besprachen in kleiner Runde, was es in Zukunft bei den Demonstrationen zu verbessern gilt.

Manfred Holzhauer (v.l.), Kerstin Weber, Harald Schwab, Michael Fromm und Szymon Szymanski besprachen in kleiner Runde, was es in Zukunft bei den Demonstrationen zu verbessern gilt.

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Gerhard Bartsch, Bild 1 von 2

Manfred Holzhauer (v.l.), Kerstin Weber, Harald Schwab, Michael Fromm und Szymon Szymanski besprachen in kleiner Runde, was es in Zukunft bei den Demonstrationen zu verbessern gilt.

Eine Kommunikationspanne bei der Anfangszeit war wohl schuld, dass sich am Mittwochabend nur ein kleiner Kreis in der „Börse“ in der Wolkenburg eingefunden hatte, um über die nächste „Pulse-of-Europe-Veranstaltung“ am 4. Juni, dem Pfingstsonntag, auf dem Laurentiusplatz zu sprechen und Vorschläge für ein weiteres Gelingen zu erarbeiten. Der Auftakt am 7. Mai hatte die Erwartungen der Initiatoren Harald Schwab und Lutz Weidner bei weitem übertroffen: 250 Europa-Freunde waren zum Laurentiusplatz gekommen und hatten da die Befürchtung geäußert, dass die am selben Tag in Frankreich stattfindenden Präsidentenwahlen mit Marine le Pen eine strikte Europa-Gegnerin an die Spitze der „Grande Nation“ katapultieren könnten. Ein Szenario, das nicht zur Realität wurde, auch wenn die Nationalistin rund ein Drittel der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Was nach wie vor als Grund zur Besorgnis angesehen wurde.

25 Europafreunde wollen die derzeit finanziell unterstützen

Den Ausgang der NRW-Wahlen bewertete Harald Schwab, Diplom-Sozialarbeiter in Oberhausen, überwiegend positiv, beobachtet aber die Entwicklung in Österreich mit einer möglichen Regierungsbeteiligung der FPÖ mit Sorge. Die europakritischen Linken scheiterten hierzulande an der Fünf-Prozenthürde, die für einen EU-Austritt plädierende AfD blieb trotz höherer Erwartungen deutlich einstellig.

In dieser Woche trafen sich die Köpfe hinter den Demos in der Börse. Dort wurde über das weitere Vorgehen im Juni gesprochen.
Manfred Holzhauer (v.l.), Kerstin Weber, Harald Schwab, Michael Fromm und Szymon Szymanski besprachen in kleiner Runde, was es in Zukunft bei den Demonstrationen zu verbessern gilt.

Manfred Holzhauer (v.l.), Kerstin Weber, Harald Schwab, Michael Fromm und Szymon Szymanski besprachen in kleiner Runde, was es in Zukunft bei den Demonstrationen zu verbessern gilt.

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Eine Basis, auf der sich positiv für den 4. Juni planen ließ, denn bis zur Bundestagswahl Ende September soll jeweils am ersten Sonntag im Monat auf dem Laurentiusplatz ein deutliches Bekenntnis für Europa abgelegt werden.

Die „Pulse of Europe“-Idee wurde von einem Frankfurter Juristen-Ehepaar ins Leben gerufen. Und in Frankfurt gab es auch ein PoE-Sprecher-Treffen, auf dem Grundsätzliches für die monatlichen Demonstrationen festgelegt wurde. Pulse of Europe erfährt keine institutionelle Unterstützung, was bedeutet, dass die Organisatoren Schwab und Weidner die Kosten für die blauen Fähnchen mit dem goldenen Strahlenkranz und Flyer aus eigener Tasche zahlen. „Wir wurden allerdings angesprochen, wie man für Pulse of Europe spenden könne“, berichtet Schwab und zeigt auch auf die Liste der derzeit 25 Europafreunde, die spontan ihre Hilfe zugesagt hatten.

„Österreich spielt mit dem Feuer.“

Harald Schwab

Im kleinen, aber sehr kreativen Kreis in der „Börse“ wurde angeregt, Gesangskünstler mit verschiedensprachigen Liedern auftreten zu lassen. Hier sollen entsprechende Fäden geknüpft werden. Harald Schwab selbst hatte einen Flyer in Form eines europäischen Passes mitgebracht. Der war von der Antifa-Arbeitsgruppe des Bertha von Suttner-Gymnasiums in Oberhausen entwickelt worden. Auf den Innenseiten wurden die zahlreichen Vorteile, die ein vereintes Europa mit sich gebracht hat, aufgelistet. Dieser Flyer soll nachgedruckt und ebenso wie Europa-Fähnchen, die im Mai Mangelware waren, verteilt werden. „Wir hatten Anfang Mai mit nur 50 Zuhörern gerechnet und natürlich viel zu wenig dabei“, so Harald Schwab.

Dass Europa auch Anlass zur Kritik bietet, wurde gleichfalls erörtert. „Aber, wir wollen Europa besser machen und es nicht etwa abschaffen“, war die allgemeine Meinung, und Schwab will einen Forderungskatalog verlesen, der Verbesserungsvorschläge aufzeigt. Ein Zuhörer monierte, dass auch die hiesigen Politiker gern Brüssel für nahezu sämtliche Ärgernisse verantwortlich machten. „Auch das erzeugt Europa-Verdrossenheit.“

Was tatsächlich an Positivem in Brüssel und Straßburg geleistet wird, berichtet ein täglicher Online-Dienst unter dem Namen „Euractiv“, wie aus dem Kreis zu hören war.

Man hofft seitens der Organisatoren auf Situationsberichte aus Ländern wie Frankreich, der Türkei und Österreich vor den Neuwahlen. „Österreich spielt mit dem Feuer“, sagte Schwab. Auf jeden Fall hofft, man, am 4. Juni wieder eine rund einstündige Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die die Zuhörer fesselt und den europäischen Gedanken noch fester in Köpfen und Herzen verankert. Auf jeden Fall wird zum Abschluss wieder die Europa-Hymne „Freude, schöner Götterfunken“ vom großen Kreis angestimmt. Und diesmal unter einer neuen 150 mal 250 Zentimeter großen Europa-Fahne.

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