Gut 25 Techniker arbeiten noch bis zum 8. Mai am Kiesbergtunnel, um das System zur Brandmeldung zu erneuern. Werden die Röhren danach wieder für große Lkw geöffnet?

Ortstermin
Verstärkt: Noch bis Oktober wird an der Tunnelausfahrt Richtung Sonnborn an der Stützwand des Kiesbergtunnels gearbeitet – für gut 2,5 Millionen Euro.

Verstärkt: Noch bis Oktober wird an der Tunnelausfahrt Richtung Sonnborn an der Stützwand des Kiesbergtunnels gearbeitet – für gut 2,5 Millionen Euro.

Veraltet: Die Systemtechnik des Kiesbergtunnel stammt zum Teil noch aus den 70er Jahren. Hier ist Ansgar Nettelnstrot von der Firma Osmo in der Schaltzentrale West im Einsatz. Die Techniker müssen sich in das bestehende System „hineindenken“. Für die Anlagen im Betriebsgebäude in der Ossenbeck gilt das Gleiche. Mit den Jahren ist es dort auch schwieriger geworden, an passende Ersatzteile zu kommen, so dass auch im „Herz“ des Tunnels viel Technik ersetzt wird.

Schinkel, Uwe (schin), Bild 1 von 2

Verstärkt: Noch bis Oktober wird an der Tunnelausfahrt Richtung Sonnborn an der Stützwand des Kiesbergtunnels gearbeitet – für gut 2,5 Millionen Euro.

Wuppertal. Der Zeitplan ist stramm, das Arbeitspensum groß – und jetzt wird unter Hochdruck an der Brandmelde-Anlage des bis zum 8. Mai gesperrten Kiesbergtunnels gearbeitet: Mit gut 25 Technikern ist die Osnabrücker Firma Osmo auf der Wegverbindung zwischen Elberfeld und Sonnborn im Einsatz, um im Auftrag des Landesbetriebs Straßen NRW unter anderem auch am elektronischen Innenleben der beiden Fahrbahnröhren zu arbeiten.

Feuerwehr kann bald schneller bei einem Brand im Tunnel eingreifen

Wie berichtet, investiert das Land in diesem Arbeitsschritt insgesamt 130 000 Euro in den Brandschutz. Wichtigste Neuerung: Im Ernstfall müssen die Einsatzkräfte der Feuerwehr in Zukunft nicht erst das Betriebsgebäude und damit das „Herz“ des Kiesbergtunnels ansteuern, sondern können direkt an den Tunnelzufahrten die Einsatzstelle auf den Meter genau lokalisieren. Möglich macht das ein elektronisches Informationssystem an den Tunnelportalen. „Gerade bei einem Tunnelbrand zählt jede Minute“, erklären Laurenz Braunisch und Jürgen Hermanns, stellvertretender Niederlassungsleiter des Landesbetriebs in Köln, beim Ortstermin im Tunnel.

Schrittweise Aufrüstung bis 2014 – Gespräche auch mit der Stadt

Ortstermin
Verstärkt: Noch bis Oktober wird an der Tunnelausfahrt Richtung Sonnborn an der Stützwand des Kiesbergtunnels gearbeitet – für gut 2,5 Millionen Euro.

Verstärkt: Noch bis Oktober wird an der Tunnelausfahrt Richtung Sonnborn an der Stützwand des Kiesbergtunnels gearbeitet – für gut 2,5 Millionen Euro.

Veraltet: Die Systemtechnik des Kiesbergtunnel stammt zum Teil noch aus den 70er Jahren. Hier ist Ansgar Nettelnstrot von der Firma Osmo in der Schaltzentrale West im Einsatz. Die Techniker müssen sich in das bestehende System „hineindenken“. Für die Anlagen im Betriebsgebäude in der Ossenbeck gilt das Gleiche. Mit den Jahren ist es dort auch schwieriger geworden, an passende Ersatzteile zu kommen, so dass auch im „Herz“ des Tunnels viel Technik ersetzt wird.

Uwe Schinkel, Bild 1 von 2

Veraltet: Die Systemtechnik des Kiesbergtunnel stammt zum Teil noch aus den 70er Jahren. Hier ist Ansgar Nettelnstrot von der Firma Osmo in der Schaltzentrale West im Einsatz. Die Techniker müssen sich in das bestehende System „hineindenken“. Für die Anlagen im Betriebsgebäude in der Ossenbeck gilt das Gleiche. Mit den Jahren ist es dort auch schwieriger geworden, an passende Ersatzteile zu kommen, so dass auch im „Herz“ des Tunnels viel Technik ersetzt wird.

Nur durch Nachbesserungen dieser Art könne man den Kiesbergtunnel auch in Zukunft noch geöffnet lassen – jenseits seiner ohnehin erforderlichen Sanierung. Im Umkehrschluss heißt das, dass die Technik der beiden gut 1000 Meter langen Fahrbahnröhren nicht den aktualisierten Sicherheitsvorschriften entspricht. „Dieses Paket erfüllen wir nicht“, sagt Hermanns – als Konsequenz aus den verheerenden Tunnelbränden in der Schweiz und in Österreich.

So soll der Kiesbergtunnel bis 2014 Schritt für Schritt auf den Stand der Sicherheitstechnik gebracht werden. Dabei soll in Gesprächen mit der Stadt, der Feuerwehr und der Polizei geklärt werden, inwieweit sich der Tunnel nach der Aufrüstung wieder für Lastwagen öffnen ließe.

Der Kiesbergtunnel wurde ab November 1965 gebaut und kostete 44,2 Millionen Mark. Eröffnet wurde er am 2. Oktober 1970. Die erste erfolglose Sanierung von 1997 bis 2000 schlug mit gut sechs Millionen Euro zu Buche. Hinzu kamen 800 000 Euro für ein drittes Fluchttreppenhaus. Experten gehen bei einer neuen Sanierung von Baukosten von etwa 30 Millionen Euro aus. Seit November 2011 ist der Tunnel für Lkw ab 3,5 Tonnen gesperrt.

Die Sanierung der Stützwand auf der südwestlichen Seite des Tunnels ist mit gut 2,5 Millionen Euro veranschlagt und soll im Oktober beendet werden. Seit dem Frühjahr 2011 läuft diese Baustelle. Die baufällige Wand wurde acht Jahre zuvor abgefräst, um auszuschließen, dass Steine auf die Straße fallen.

Um die sanierte Stützmauer zu fixieren, wurden fast 500 Anker in das Felsgestein getrieben. Sie sind bis zu 17 Meter lang, wie Ralf Röttger von der Bauaufsicht des Landesbetriebs erklärt. Ihre Vorgänger waren zum Teil verrostet. Jetzt soll eine Entwässerung verhindern, dass es noch einmal solche Probleme mit der fast 20 Meter hohen Stützwand gibt. Ihr Sichtbeton wird mit Hilfe spezieller Kautschuk-Matrizen in der Verschalung in Naturstein-Optik gestaltet.

Im Tunnel selbst soll bis 2014 auch an der Funk-, Lautsprecher-, Video- und Beleuchtungstechnik gearbeitet werden. Auch der Austausch der alten Heizanlage gegen die Eiszapfenbildung im chronisch feuchten Kiesbergtunnel ist im Gespräch.

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