Die Wuppertaler werden sich darauf einstellen müssen, dass viele Angebote und Leistungen in der Stadt schon bald Geschichte sein werden. Kämmerer Johannes Slawig schnürt derzeit ein gigantisches Sparpaket, dessen Ausmaß eine Zäsur darstellt. Allein das unter vorgehaltener Hand bezifferte Volumen von mehr als 40 Millionen Euro demonstriert, dass die Stadt und ihre Bürger vor einer Zeitenwende stehen.

Es stellt sich die Frage, wie Slawig diese monströse Summe zusammenbekommen möchte. Die gesamten freiwilligen Leistungen der Stadt - und fast nur in diesem Bereich kann der Rotstift schnell angesetzt werden - betragen zirka 70 Millionen Euro. Die kritisierten Sparvorschläge der Gemeindeprüfungsanstalt weisen ebenfalls ein Volumen von etwa 43 Millionen Euro aus.

Mit der Schließung von ein paar Schwimmbädern und Stadtteilbibliotheken ist eine solche Summe nicht zu erzielen. Slawig wird nicht umhin kommen, auch die Personalkosten der Stadt massiv zu senken. Dies wird dann dazu führen, dass städtische Angebote nur noch eingeschränkt vorgehalten werden. So könnten die Öffnungszeiten, etwa der Recyclinghöfe, auf zwei Tage in der Woche reduziert werden. Das ist allerdings reine Spekulation, denn vor der Kommunalwahl wird der Kämmerer keine Einzelheiten über sein Haushaltssicherungskonzept verlauten lassen. Slawig weiß ganz genau, dass dieses Konzept im Wahlkampf gefleddert würde.

Nun rächt sich, dass die von der Politik ungeliebte Zusammenarbeit der drei bergischen Städte in den vergangenen Jahren nur halbherzig angegangen wurde. Wuppertal, Solingen und Remscheid fahren jeweils Nothaushalte und haben versäumt, ihre Strukturen so zu verschlanken, dass die Defizite geringer wurden. Nicht einmal bei der gemeinsamen Feuerwehrleitstelle und der Volkshochschule sind alle drei Städte im Boot. Jetzt wird der Bürger die Zeche zahlen.

 

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