Die Demokratiekonferenz in der Alten Feuerwache nutzten die Teilnehmer, um konkrete Projekte für 2017 zu planen.

Wuppertal. Demokratie vor Ort spürbar zu machen und gegen Intoleranz die Stimme zu erheben, war das Ziel der Konferenz in der Alten Feuerwache. „Uns geht es darum, kommunale Strukturen mit der Zivilgesellschaft zu vernetzen und konkrete Maßnahmen zu planen, die wir dann im nächsten Jahr umsetzen“, betont Sebastian Goecke von der Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz. Der Gastgeber zeigte er sich positiv überrascht über die Resonanz. „Es sind weit mehr Teilnehmer da, als wir eingeladen haben. Es scheint sich also herumgesprochen zu haben.“

Die meisten Gäste sind bereits politisch oder gesellschaftlich engagiert und wollten sich in die einzelnen Projekte einbringen. „Mit einer konkreten Idee bin ich nicht hierher gekommen. Vielmehr möchte ich schauen, wo wir uns als katholische Kirche beteiligen können. Denn ich glaube es ist vernünftig, die einzelnen Aktivitäten zu bündeln, um möglichst öffentlichkeitswirksam aufzutreten“, sagte Katharina Nowak.

Als Mitarbeiterin eines Kommunikationszentrums war Christin Pomp gekommen. „Es ist wichtig, sich solchen Veranstaltungen anzuschließen und effektive Strategien zu entwickeln, die wir auch zusammen umsetzen.“ Gemeinsam mehr zu bewegen, erhoffte sich auch Björn Krüger. „Wie müssen dafür miteinander kooperieren und die Kräfte bündeln. Dann sind wir mehr als die einzelnen Teile.“

Interkulturelle Kunstaktion

In verschiedenen Arbeitsgruppen planten die Teilnehmer gemeinsame Projekte für das kommende Jahr. Dann soll es unter anderem interkulturelle Kunstaktionen geben, ein Argumentationstraining gegen Rechtspopulismus und eine lebendige Bibliothek. „Dort lassen sich lebendige Bücher ausleihen, die ihre Geschichte erzählen. Das können Migranten sein oder Menschen, die sozial ausgegrenzt sind. Es geht darum, nicht über Leute, sondern mit den Leuten zu reden“, berichtete Sebastian Goecke.

Zu Beginn der Konferenz hatte Oberbürgermeister Andreas Mucke betont, dass in der Stadt kein Platz für Nationalismus und rechte Parolen sei. „Wuppertal soll auch weiterhin für Toleranz und Weltoffenheit stehen. Das demonstriert derzeit das Banner am Rathaus und das ist auch genau meine Meinung.“ Die unterschiedlichen Spielarten rechter Gruppierungen skizzierte anschließend Carolin Hesidenz von der Mobilen Beratung Köln in ihrem Einführungs-Referat. „Die Lage hat sich erheblich verschärft. Es gibt viele neue Akteure und auch die Zahl rechtspopulistischer Veranstaltungen hat sich deutlich erhöht.“ Das mache Abgrenzung und Einordnung so schwierig. „NPD und AfD sind nicht das Gleiche, es gibt aber viele Gemeinsamkeiten.“

Seit 2015 gibt es im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ das Projekt „Partnerschaften für Demokratie“. Es führt unterschiedliche Multiplikatoren zusammen, die gemeinsam eine kommunale Strategie zum Thema entwickeln.

Carolin Hesidenz rief zu einer Auseinandersetzung mit der AfD auf, die sich nicht von alleine erledigen werde. Sie warnte gleichzeitig davor, die Partei in einer offenen Diskussion entzaubern zu wollen. „Das funktioniert nicht. Die Leute, die AfD wählen, wählen sie genau für das, was sie sagt.“ Vielmehr ginge es darum, ihre Positionen zu hinterfragen, Fakten genau zu prüfen und ihr demokratische Positionen entgegen zu setzen.

Dieser Position konnte der SPD-Landtagsabgeordnete Josef Neumann nur zustimmen. „Wir brauchen Antworten, wie wir mit antidemokratischen Argumenten umgehen. Die Demokratie ist das Wichtigste, das wir haben und wir müssen täglich etwas dafür tun, um sie zu erhalten.“ Das sei jedoch nicht mehr für alle selbstverständlich, betonte sein Fraktionskollege Andreas Bialas. „Wir müssen daher den starken Kräften, die nur spalten wollen, entschieden entgegen treten.“ Deshalb hätte er sich mehr Beteiligung gewünscht. „Bei so einer Konferenz erwarte ich auch Vertreter von Polizei, Sport und Bürgervereinen. Denn es hier um eine gesellschaftliche Haltung.“

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