Neues Pflegegesetz: Stadt und die anderen Träger suchen zusätzliche Kräfte.

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Die Pflege von dementen Senioren erfordert viel Einsatz und Schulung.

Die Pflege von dementen Senioren erfordert viel Einsatz und Schulung.

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Die Pflege von dementen Senioren erfordert viel Einsatz und Schulung.

Wuppertal. Für die sieben städtischen Altenheime mit ihren rund 800 Betten werden bis zum 1. März bis zu 40 Voll- und Teilzeitbeschäftigte (voraussichtlich 25 Stellen) als zusätzliche Pflegeassistenten für Demenz-Kranke gesucht. Hintergrund ist das neue Pflegegesetz, das seit Juli 2008 gilt: Danach dürfen Pflegeheime künftig pro 25 Demenzkranken eine zusätzliche Pflegekraft einstellen. Die Pflegeassistenten sollen nach einer kurzen Fortbildung zusätzlich zu den regulären Pflegefachkräften eingesetzt werden und den Patienten vorlesen, mit ihnen spazieren gehen, basteln oder einfach nur zuhören.

Die Assistenten sollen nicht für pflegerische Tätigkeiten oder für die Nahrungsanreicherung eingesetzte werden, erklärte Ulrich Renziehausen, Betriebsleiter der städtischen Altenheime. "Wir wollen keinen Verdrängungswettbewerb gegen Gelernte anfangen." Die Kräfte würden nach entsprechender Schulung unter Anleitung arbeiten.

Für die Stellen, die bis zu den neuen Pflegesatzverhandlungen Mitte 2010 befristet ausgeschrieben sind, kommen laut Renziehausen vor allem Mitarbeiter aus den eigenen Reihen infrage, die aufgrund von körperlichen Beschwerden eingeschränkt leistungsfähig sind sowie Arge-Kunden, die bereits in den Altenheimen arbeiten und Arbeitslose, die über die Bundesarbeitsagentur vermittelt werden. "Die Tätigkeit kann nicht jeder machen. Das ist eine schwierige und stressige Aufgabe. Demenz-Kranken brauchen eine besondere Fürsorge, damit müssen sie umgehen können", so Renziehausen.

Die Pflegekasse zahlen pro Jahr ein Arbeitgeberbrutto von maximal 30.000 Euro. Je nach Familienstand und Steuerklasse können die Pflege-Assistenten für die helferische Tätigkeit mit einem Nettogehalt von rund 1250 Euro rechnen. Für den kommunalen Träger könne sich aufgrund der Tarifbindung ein Problem bei der Einstufung der Position in die Tarif-Staffelung ergeben, so Renziehausen.

"Wir haben seit Jahren mehr für die Demenzkranken gefordert", sagt er. Deshalb sind die Pflegeassistenten ein Meilenstein in die richtige Richtung, der die Pflege "ein wenig entlasten wird."

In den 7 städtischen Einrichtungen mit ca. 800 Betten liegt das Durchschnittsalter bei Anfang 80. Laut Ulrich Renziehausen leiden rund 70 Prozent der Bewohner an dementiellen Erkrankungen.

Auch die anderen Altenheime in der Stadt suchen vor dem gleiche Hintergrund zusätzliche Pflegeassistenten.

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