Bis zu 20 Zentimeter hoch stand das Wasser am heutigen Donnerstag in den Häusern des Kaltenbachwegs. Die Feuerwehr ist seit 4 Uhr morgens im Einsatz.

Kohlfurth
Die Feuerwehr war am Kaltenbachweg mit zwölf Pumpen und vier Wassersaugern seit vier Uhr am Morgen im Einsatz. Das abgepumpte Wasser wurde auf umliegende Wiesen geleitet. Laut Feuerwehr bleibt die Lage angespannt.

Die Feuerwehr war am Kaltenbachweg mit zwölf Pumpen und vier Wassersaugern seit vier Uhr am Morgen im Einsatz. Das abgepumpte Wasser wurde auf umliegende Wiesen geleitet. Laut Feuerwehr bleibt die Lage angespannt.

Ulrich Rieke (52) blickt aus seinem Kellerfenster in den Schacht, durch den das Wasser in der Nacht in sein Haus gelaufen war.

Uwe Schinkel, Bild 1 von 2

Die Feuerwehr war am Kaltenbachweg mit zwölf Pumpen und vier Wassersaugern seit vier Uhr am Morgen im Einsatz. Das abgepumpte Wasser wurde auf umliegende Wiesen geleitet. Laut Feuerwehr bleibt die Lage angespannt.

Cronenberg. Unablässig prasseln dicke Regentropfen in die Pfützen auf dem grauen Pflaster des Kaltenbachwegs in der Kohlfurth. Ebenso kontinuierlich wie der Regen von oben kommt, arbeiten die zwölf Tauchpumpen der Feuerwehr. Zehn Keller von Wohnhäusern in der kleinen Straße unweit der Wupper sind über Nacht vollgelaufen. Bis zu 20 Zentimeter hoch stand das trübe Nass in den Räumen.

„Ich verlasse doch jetzt nicht mein Haus.“

Irek Ebertowski, Anwohner

Schuld daran sind anhaltenden Regenfälle, die den Grundwasserspiegel dort so stark haben ansteigen lassen, dass das Wasser über Lichtschächte in die Keller fließen konnte. Irek Ebertowski wohnt seit acht Jahren mit seiner Familie in einem der Häuser. Es ist das erste Mal, dass Wasser in den Keller gelaufen ist. „Wir hatten zwar schon immer Probleme mit dem Wasser, bisher ist es aber höchstens bis zur Unterkante des Kellerfensters gestiegen.“ Seine Haustür ist einen Spalt geöffnet, Stromkabel für die Pumpen und Wassersauger schlängeln sich durchs Haus bis auf die Straße. Die Pumpen sind so laut, dass man Ebertowski kaum verstehen kann.

Für ihn und seine Nachbarn war es eine kurze Nacht. Einer der Anwohner bemerkte gegen 4 Uhr das Wasser und weckte die Nachbarn. Seitdem wurde geschippt, gepumpt und gewischt. Gegen 11 Uhr ist bei den Ebertowskis auch das letzte Wasser mit Laken aufgewischt. Beruhigt ist Irek Ebertowski dennoch nicht. Es regnet schließlich weiter. Kurzfristig konnte er Urlaub nehmen. „Ich verlasse doch jetzt nicht mein Haus“, sagt er.

Einige Meter weiter wurde eine Garage kurzfristig als Pausenraum für die Feuerwehrmänner eingerichtet. 25 Mann der Berufsfeuerwehr sowie der freiwilligen Wehren aus Cronenberg und Hahnerberg waren laut Einsatzleiter Thomas Halle vor Ort. Auch noch nach Stunden sprudelt das Wasser aus den Schläuchen. Das abgepumpte Wasser wird auf die umliegenden Wiesen geleitet.

Hochwasserschutzzentrale warnt vor hohen Pegelständen

Nach Einschätzung der Feuerwehr könnte die Situation für die Bewohner des Kaltenbachwegs in den kommenden Tagen zu einem Dauerzustand werden. „Jetzt müssen die Bewohner Vorsorge treffen“, sagt Feuerwehr-Sprecher Rudolf Nippus. Die meisten waren gleich am Morgen aufgebrochen, um Tauchpumpen zu kaufen.

Unweit des Kaltenbachwegs, wo die Keller geflutet worden, fließt die Wupper. Nach Einschätzung des Wupperverbandes besteht zwischen dem hohen Pegelstand der Wupper und den vollgelaufenen Kellern „wahrscheinlich kein Zusammenhang“.

Am Donnerstagmittag lag der Pegelstand der Wupper bei 141 Zentimetern am Messpunkt Kluser Brücke. Normalerweise liegt der durchschnittliche Pegelstand bei zirka 35 bis 40 Zentimetern.

„Der Pegelstand ist noch nicht kritisch“, sagt Monika Ebers vom Wupperverband. Im November des vergangenen Jahres sei der Pegelstand noch höher gewesen. „Solche Pegelstände haben wir immer wieder.“

Seit Mittwoch bis zum Donnerstagmorgen sind in Wuppertal 33 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Nach Angaben der Hochwasserschutzzentrale sorge der Regen dafür, dass der Wasserstand kleiner Flüsse im Bergischen ansteigen werde.

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