In jeder Samstagsausgabe der WZ nimmt der Karikaturist und Cartoonist André Poloczek die Wuppertaler und Wuppertaler Themen ins Visier.

In jeder Samstagsausgabe der WZ nimmt der Karikaturist und Cartoonist André Poloczek die Wuppertaler und Wuppertaler Themen ins Visier.
André Poloczek hat die großen und kleinen Ereignisse in Wuppertal aufmerksam verfolgt und mit spitzer Feder zu Papier gebracht. An jedem Samstag läutet er mit seinem Cartoon im Wuppertaler Lokalteil der WZ das Wochenende ein.

André Poloczek hat die großen und kleinen Ereignisse in Wuppertal aufmerksam verfolgt und mit spitzer Feder zu Papier gebracht. An jedem Samstag läutet er mit seinem Cartoon im Wuppertaler Lokalteil der WZ das Wochenende ein.

Stefan Fries

André Poloczek hat die großen und kleinen Ereignisse in Wuppertal aufmerksam verfolgt und mit spitzer Feder zu Papier gebracht. An jedem Samstag läutet er mit seinem Cartoon im Wuppertaler Lokalteil der WZ das Wochenende ein.

Wuppertal. Einen Notizblock hat André Poloczek (56) eigentlich immer zur Hand. Es könnte ja sein, dass er gerade etwas beobachtet, was er für seine Karikaturen und Skizzen verwenden könnte. In Sekundenschnelle zaubert er während eines Cappuccinos im Café Simons einen der drei Heiligen Könige aufs Papier. Der Anfang für eine Karikatur in der Weihnachtsausgabe der Westdeutschen Zeitung ist damit gemacht.

Wie in einem animierten Trickfilm fügen sich schnelle Striche zu einer Figur zusammen, die sofort nicht nur als einer drei Weisen aus dem Morgenland zu erkennen ist, sondern auch einen ganz besonderen Typen darstellt: Einen etwas schluffigen, verwirrten älteren Herren, dem man glatt zutrauen könnte, dass er auf dem Weg zur Krippe schnell noch einen Abstecher zu einer Kneipe auf dem Ölberg macht.

„Als Schüler habe ich in alle Reclam-Hefte das Personal der Stücke an den Rand gezeichnet. Ich habe Mitschüler gezeichnet und war dabei vor allem auf Ähnlichkeit aus. Den größten Erfolg hatte ich aber immer dann, wenn ich nicht reale Personen, sondern Typen skizziert habe, denen ich dann Worte in den Mund legen konnte, die sie so auch sagen würden“, beschreibt André Poloczek den für ihn typischen Zeichenstil. Karikaturen zeichnet er auch, aber im Vergleich zu den Cartoons sind das eher die Ausnahmen.

Seinen Typen und Charakterköpfen verpasst der gebürtige Wuppertaler als Signatur sein Markenzeichen „Polo“ und beliefert neben der WZ und anderen Tageszeitungen auch bekannte Satireblätter wie die Titanic, den Eulenspiegel oder den Nebelspalter in der Schweiz – und natürlich die Lokalmatadoren von Italien. Als besondere Herausforderung sieht das künstlerische Multitalent – er spielt in einer Band E-Gitarre – Zeichnungen mit lokalen Inhalten. „Ich kombiniere gerne aktuelle Themen miteinander“, verrät er.

Die Schwebebahn, der Döppersberg – das sind in Wuppertal dankbare Themen. Doch manchmal lockert erst ein Telefongespräch mit der WZ-Redaktion die Feder. Wenn die Themen der Woche besprochen werden, löst das ein Ideen-Ping-Pong aus und irgendwann zückt „Polo“ an seinem Ende der Leitung den Zeichenstift und setzt das „Bild vor dem geistigen Auge“ in erste feine Striche um.

„Die komischen Sachen haben immer das größte Interesse gefunden.“

André Poloczek

„1989 habe ich bei F.K. Wächter in Hamburg einen vierwöchigen Zeichen-Workshop belegt“, erinnert sich André Poloczek an die Zeit, in der bei ihm die Erkenntnis reifte, dass sein Zeichentalent „beruflich tragfähig“ sein könnte. Zuvor war der studierte Germanist, der seine Magisterarbeit über den Wuppertaler Autor Wolfgang Schnell geschrieben hat, journalistisch tätig.

„Doch überall, wo ich als Journalist gearbeitet habe, hat man mich dazu aufgefordert, mal wieder etwas zu zeichnen.“ Als Kunstmaler hat sich Polczek ebenfalls versucht. „Das war eine vom Surrealismus beeinflusste Malerei. Die komischen Sachen haben aber viel mehr Anklang gefunden“, sagt er mit einem verschmitzten Lächeln.

Zu den Auftraggebern zählten in den zurückliegenden Jahren nicht nur Zeitungen und Zeitschriften, sondern auch große Unternehmen. Zeichnungen und Karikaturen von André Poloczek zierten zum Beispiel die vielfach für ihre Gestaltung ausgezeichneten Geschäftsberichte von Vorwerk. „Doch ganz viele entstehen bei mir ganz ohne Verwertungsabsicht.“ Da er sich nach eigenen Worten schwer tut, sich von seinen Werken zu trennen, haben sich in seinem Domizil an der Friedrich-Ebert-Straße inzwischen gewaltige Stapel angesammelt.

Seit drei Jahren ist André Poloczek Dozent an der Junior Uni, wo er Zeichentalenten auf die Sprünge helfen will. „Mich freut es sehr, dass sich die Junior Uni nicht allein auf die sogenannten Mint-Fächer mit Mathematik und Naturwissenschaften konzentriert, sondern auch künstlerische Fächer anbietet. Der Unterricht mit den Kindern macht mir total Spaß. Ich glaube aber nicht, dass ich mich als Lehrer an einer Schule eignen würde, wo nicht alle Schüler mit dieser Motivation dabei sind“, sagt der gebürtige Wuppertaler.

2017 dürfen sich die Leser der Westdeutschen Zeitung weiterhin auf seine Cartoons freuen. In jeder Samstagsausgabe ist wieder ein frischer „Polo“ dabei.

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