Große Resonanz gab es auf den WZ-Bericht zur ehemaligen „Pädsbahn“ von Elberfeld nach Barmen. Die Aufnahme zeigt den Wall.

Große Resonanz gab es auf den WZ-Bericht zur ehemaligen „Pädsbahn“ von Elberfeld nach Barmen. Die Aufnahme zeigt den Wall.
Zu dieser Aufnahme der „Pädsbahn“ im Elberfelder Zentrum gab es zahlreiche Anrufe und Zuschriften. Archiv-Foto

Zu dieser Aufnahme der „Pädsbahn“ im Elberfelder Zentrum gab es zahlreiche Anrufe und Zuschriften. Archiv-Foto

Zu dieser Aufnahme der „Pädsbahn“ im Elberfelder Zentrum gab es zahlreiche Anrufe und Zuschriften. Archiv-Foto

Wuppertal. Die lebhafte Einkaufsstraße mit der „Pädsbahn“: Auf den WZ-Artikel zum historischen Verkehrsmittel und die Frage nach dem Ort der Aufnahme haben sich zahlreiche Leser gemeldet.

Und fast einhellig geantwortet. Zu sehen ist der Wall, wie Historiker Kurt Schnöring erläutert: „Das Bild, aus dem Bildband ’Wuppertal in alten Ansichten’ stammt aus der Zeit um 1890. Wie hier schaukelte die Bahn mit einer Pferdestärke gemächlich durch den Wall. Bereits im Frühjahr 1873 war mit den Gleisbauarbeiten begonnen worden – am 11. April 1874 fand die Teileröffnung der ’Pferde-Eisenbahn Barmen-Elberfeld’ in Elberfeld statt. Die ’Pädsbahn’ verkehrte zunächst stündlich. Der Fahrpreis für die gesamte Strecke betrug 30 Pfennig. Um unnötigen Lärm zu vermeiden, wurden die Kutscher angewiesen, das Peitschenknallen während der Fahrt zu unterlassen. Das Foto zeigt die Bahn, die aus der Schwanenstraße kommt, vorbei am sogenannten Moserschen Haus. Das zwischen 166o bis 187o von Ernst Moser erbaute Haus hatte den verheerenden Stadtbrand von 1687 überstanden. Es fiel erst nach dem 1. Weltkrieg der Spitzhacke zum Opfer. Im Hintergrund des Fotos erkennt man den Neumarkt.“

Teil-Eröffnung der Bahn im April 1874

„Die Bahn ist soeben aus der Schwanenstraße auf den Wall eingebogen“, schreibt Klaus Sieper in seiner Mail: „Es fehlte eine Straßenverbindung zwischen Hofkamp/Morianstraße und Neumarkt. Die Gleisführung war deshalb: Hofkamp - Morianstraße - Schwanenstraße - Wall - Herzogstraße - Königstraße (jetzt Friedrich-Ebert-Str.), in Gegenrichtung Königstraße - Breite Straße - Aue - Mäuerchen - Wall - Turmhof - Poststraße - Alte Freiheit (damals Alter Markt) - Hofaue - Wasserstraße (heute Wupperstraße) - Hofkamp. Eröffnungsdatum: April 1874 – was genau 100 Jahre später festlich gefeiert wurde.“

Einer, der sich im Tal ebenfalls sehr gut auskennt, ist Wolfgang Stock. Für den in Wuppertal bekannten Autoren des Buches „Wuppertaler Straßennamen“ war es kein Problem, den Ort der Aufnahme zu erkennen: „Das ist der Wall, das war mir sofort klar.“ Der gebürtige Barmer verfügt über eine ganze Sammlung historischer Aufnahmen und Bücher zur Stadtgeschichte.

„Ich vermute, dass es sich um die Ecke Wall - Schwanenstraße handelt“, schreibt Dietmar Gräser aus Ronsdorf und liegt damit ebenfalls richtig. Er hat in einem Kalender eine spätere Aufnahme der Straße gefunden, „um 1907, da allerdings fuhr schon die elektrische Straßenbahn über den Wall.“

Hans-Jürgen Jödicke schreibt: „Da dieses Foto die Pferdebahn als Vorläufer der Elektr.-Strassenbahn Barmen - Elberfeld zeigt, muss es aus den 1880-Jahren stammen. Die Pferdebahn bestand von 1876 - 1896 betrieben von der „Societé genérale des Tramways Brüssel, Pferdeeisenbahn“ (Quelle „Unter dem Fahrdraht, Herbert Cappel, 1987 WSW Ausgabe).

Jörg Köpper merkt an: „Das auf dem Foto im Zentrum stehende Gebäude Wallstraße 7-9, Ecke Schwanenstraße, wurde vermutlich nach 1912 abgerissen und durch den heute noch bestehenden turmähnlichen Rundbau ersetzt.

„Das kam mir gleich bekannt vor“, sagt Hans-Peter Siedenbiedel. Der Barmer hat zur Sicherheit in einem historischen Bildband nachgeschaut. „Und wenn man eine Lupe zur Hand nimmt, dann kann man sogar den Schriftzug Wall erkennen.“

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