Der Treppenaufgang ist bereits fertig. Die Eröffnung des umgebauten Kessels ist für den Herbst nächsten Jahres geplant.

So soll das Gebäude einmal aussehen. Entwurf: GKM
So soll das Gebäude einmal aussehen. Entwurf: GKM

So soll das Gebäude einmal aussehen. Entwurf: GKM

Der Blick von oben auf den viergeschossigen Neubau im Kessel – aufgenommen mit einer Drohne.

Investor Thomas Drescher (M.) mit den Architekten Daniel Mai (l.) und Marcello Groß (r.) vor dem Kern des Neubaus, der bald ein Fitnessstudio und eine Systemgastronomie beherbergen soll.

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So soll das Gebäude einmal aussehen. Entwurf: GKM

Das Spannendeste am Gaskessel-Projekt in Heckinghausen findet derzeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nämlich im Inneren des gut 65 Meter hohen Wahrzeichens. Der 25 Meter hohe Neubau – Erdgeschoss plus vier Etagen – in der Stahlhülle nimmt Form an. Das Treppenhaus mit Aufzugschacht, sozusagen der Kern des Baus, der bald vor allem ein weiteres Fitnessstudio von Investor Thomas Drescher beherbergen wird, steht. Der mobile Kran hat ganze Arbeit geleistet, wie beim Ortstermin der WZ deutlich wird.

Dabei, erinnern sich Drescher und seine Partner Marcello Groß und Daniel Mai mit einem Schmunzeln, sei es gar nicht so einfach gewesen, ein Fahrzeug überhaupt in den Kessel zu bekommen. Man habe suchen müssen. „Und das war der Einzige, der passte.“ Denn die momentan einzige Öffnung in der Hülle des Denkmals ist nicht sehr groß, und der Platz rund um das Treppenhaus ist auch begrenzt.

Deshalb wird der mobile Kran bald auch durch einen Drehkran oben auf dem Neubau ersetzt. „Die Teile liegen schon draußen“, sagt Drescher. Der „Neue“ könne dann bis zu fünf Tonnen heben und soll nach und nach den Neubau breiter werden lassen.

Ins Erdgeschoss zieht Systemgastronomie

Die 25 Meter wirken übrigens gar nicht mehr so hoch, wenn man auf dem Dach steht. Denn dann sind es ja immerhin noch mehr als 30 Meter bis zum Deckel des Gaskessels. Der bleibt auch auf jeden Fall drauf. Licht wird künftig über 32 Fenster – jeweils 2,40 mal 2,95 Meter groß – einfallen. „Die schneiden wir aber erst im kommenden Jahr heraus“, erklärt Groß. Sonst pfeife der Wind durch den Kessel und Feuchtigkeit dringe ein. Das GKM Architektur Studio, das Büro von Groß und Mai, habe schon viele Projekte realisiert. Und auch der Neubau in Heckinghausen sei eigentlich ja „nur“ ein viergeschossiges Gebäude. In einem Gaskessel mache ihn das aber zu etwas ganz Besonderem. Ein bisschen sei das Vorhaben auch „Learning by doing“, schließlich gebe es kaum andere Projekte, an denen man sich orientieren könne.

Der Vorteil vom Arbeiten in der Hülle: „Wir sind wetterunabhängig“, sagt Groß. Sprich, im kommenden Winter kann durchgearbeitet werden. Deshalb sind Drescher & Co. auch optimistisch, dass es mit der Eröffnung des Gaskessels im dritten Quartal nächsten Jahres klappt. Zwar gebe es eine Verzögerung gegenüber der ursprünglichen Planung, aber das sieht Drescher gelassen. Jetzt lägen sämtliche Baugenehmigungen vor. „Und wir liegen im Budget.“ Von 6,5 Millionen Euro Investitionssumme war einmal die Rede.

Dreieinhalb Etagen wird Dreschers Fitnessstudio nutzen. Das Erdgeschoss übernimmt ein Systemgastronom. „Der Mietvertrag steht vor der Unterzeichnung“, sagt Drescher. Gleiches gelte für die vierte Etage, die ein Eventbetreiber übernehmen will.

Der Investor ist überzeugt, dass das Projekt den ganzen Wuppertaler Osten nach vorne bringt – und hofft deshalb, dass sich auch im Umfeld etwas tut. Für Heckinghausen gebe es ja bereits das Programm „Soziale Stadt“. Allerdings, so Drescher, müsse auch rund um den Berliner Platz in Oberbarmen, über den viele Besucher dann auch zum Gaskessel kämen, gestalterisch „endlich etwas passieren“.

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