Senioren trainieren in einem Kurs den Umgang mit modernen Smartphones.

Ursula Maruschke, Johannes Vollmer und Norbert Göbel (v.l.) lernen mit dem Smartphone umzugehen.
Ursula Maruschke, Johannes Vollmer und Norbert Göbel (v.l.) lernen mit dem Smartphone umzugehen.

Ursula Maruschke, Johannes Vollmer und Norbert Göbel (v.l.) lernen mit dem Smartphone umzugehen.

Andreas Fischer

Ursula Maruschke, Johannes Vollmer und Norbert Göbel (v.l.) lernen mit dem Smartphone umzugehen.

Wuppertal. Fotos knipsen, bearbeiten, markieren oder verschicken, Apps herunterladen und darüber kommunizieren. Was für Jugendliche ein Ding der Selbstverständlichkeit ist, ist für manche ein Ding der Unmöglichkeit. Dabei ist das Bedienen von Smartphones sogar leichter und intuitiver als bei älteren Handys. Philipp Kocherscheidt ist mit 25 Jahren Teil einer Generation für die Computer und Smartphones oft unverzichtbar sind: „Missionarisch belehren werde ich niemanden, aber doch zeigen, welche Vorteile ein Smartphone mit sich bringen kann.“ Kocherscheidt lehrt Senioren in speziellen Smartphonekursen den Umgang mit den modernen Geräten auf einfache Art und Weise.

Einer seiner Kurse richtete sich speziell an die Gesellschaft Parlament. Damit erhielten auch die Mitglieder ohne Computer Zugang zu der Homepage der Gesellschaft erklärt Johannes Vollmer (89), der den Kurs initiierte. In einer kleinen Gruppe von fünf Leuten, jeder mit eigenem Android-Smartphone in der Hand, erklärte Kocherscheidt alles Schritt für Schritt.

„Ich weiß nur nicht, was ich damit soll“, sagte Ursula Maruschke (73) und deutet auf einen der Knöpfe neben dem Homebutton. Dadurch werden die geöffneten Apps angezeigt, erklärt Kocherscheidt. Ziel des Kurses sei es, Hemmungen abzulegen und sich im App-Dschungel zurechtzufinden: „Ich kann nur empfehlen, sich einfach mal mit dem Smartphone auszuprobieren. Wenn es einem dann doch zu unsicher wird, gibt es ja immer noch den Notfallknopf, wie ich den Homebutton gerne nenne.“ Dieser Homebutton führt schnurstracks zurück zum Startbildschirm.

Einmal tippen, zweimal tippen oder drücken - die vielen kleinen Unterschiede bekamen die Senioren auch in Handouts mit nach Hause, auf denen auch Google, Android und App als Begriffe erklärt werden. Linda Harke (70) hat ihr Smartphone erst seit einem Monat und nutzt es so oft es geht. „Ein Smartphone ist schon eine tolle Sache, die Kommunikation und Bewegungen sind einfacher und vielfältiger - aber es bringt mich schon mal aus dem Konzept, dass es so viel vorausdenkt“, lacht sie. Autokorrektur sei eben doch nicht immer das Gelbe vom Ei. „Manchmal vermisse ich etwas Reales, wie beim Umblättern von Buchseiten.“

Bei aller Schwierigkeit, am Ende könne fast jeder gut mit seinem Smartphone umgehen, bilanzierte Kocherscheidt. Umso stolzer können am Ende Kinder und Enkelkinder sein, wenn Sie mit Oma bald via App kommunizieren.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer