WZ-Interview: 2009 steht unter anderem die Fusion der Caritas an und St. Laurentius wird wieder eröffnet. Die WZ sprach mit dem Stadtdechant Bruno Kurth.

Stadtdechant Bruno Kurth vor St. Laurentius: Die Kirche wird nach der Renovierung im Mai wiedereröffnet.
Stadtdechant Bruno Kurth vor St. Laurentius: Die Kirche wird nach der Renovierung im Mai wiedereröffnet.

Stadtdechant Bruno Kurth vor St. Laurentius: Die Kirche wird nach der Renovierung im Mai wiedereröffnet.

Andreas Fischer

Stadtdechant Bruno Kurth vor St. Laurentius: Die Kirche wird nach der Renovierung im Mai wiedereröffnet.

Herr Kurth, was ist für die Katholische Kirche Wuppertal das wichtigste Thema für 2009?

Stadtdechant Bruno Kurth: Im gesamten Tal haben wir als katholische Kirche Umstrukturierungen hinter uns: Wir werden in drei großen Seelsorgebereichen drei große Pfarrgemeinden haben, im Elberfelder Norden, in Barmen-West und in Elberfeld-Mitte (ab 2010), in den anderen vier Pfarreiengemeinschaften (Vohwinkel-Sonnborn, Elberfeld-Südhöhen, Barmen-Nordost und Barmen Wupperbogen-Ost). Jetzt gilt es, die neuen Einheiten mit Leben zu füllen. Grundsätzlich ist die Verkündung des Evangeliums, der Dienst an Gott und den Menschen, also der lebendige christliche Glaube das wichtigste Thema.

Was sind dabei die konkreten Schwerpunkte?

Die Familienarbeit zeichnet sich deutlich als ein Schwerpunkt ab. So werden einige Tageseinrichtungen für Kinder in Barmen und Elberfeld in katholische Familienzentren ausgebaut, da können wir Familien dann noch gezielter unterstützen. Beispielsweise die Einrichtung an der Gustavstraße in Vohwinkel bekommt jetzt zusätzlich zum Landessiegel die Zertifizierung als katholisches Familienzentrum. Die einzelnen Gemeinden werden sich auch fragen, wie sie den Auftrag der praktischen Nächstenliebe erfüllen können und wie sie auf die sozialen Entwicklungen vor Ort reagieren müssen. Eine Aufgabe ist es zum Beispiel, die Jugendlichen von der Straße zu holen durch gezielte Bildungs- und Betreuungsangebote - wie etwa mit der Offenen Tür in Sonnborn.

"Die Fusion passiert nicht aus wirtschaftlichen Gründen oder aus Sparzwängen."

2009 steht die Fusion der Caritas Wuppertal und Solingen an. Bedeutet das Einschnitte?

Herr Arens verlässt die Caritas nach 28 Jahren, damit geht eine Ära zu Ende. Mit einem guten Nachfolger, Herrn Humburg, gehen wir in die Fusion. Grundsätzlich passiert die Fusion aber nicht aus wirtschaftlichen Gründen oder aus Sparzwängen. Es wird keine Einschnitte bei der Caritas-Arbeit geben. Auch die Nähe zum Menschen in all den Diensten der Caritas geht nicht verloren. Vielmehr geht es darum, dass wir uns als Caritasverband stärker aufstellen. Die größeren Verbände sind leistungsstärker. Auch innerkirchlich wird im Bistum ein großer Caritasverband Wuppertal-Solingen anders wahrgenommen. Da ist es leichter, Interessen zu vertreten und Projekte zu verwirklichen.

"St. Laurentius wird ein wunderschöner Raum."

Ein ganz anderes Thema: Wie geht es mit der Renovierung von St. Laurentius voran?

In der Kirche stehen derzeit noch die Baugerüste. Am 9. Mai kommt Kardinal Meisner nach Wuppertal und wir feiern den Abschluss der Baumaßnahme. Ob dann schon die letzten Orgelpfeifen stehen und gestimmt sind, wissen wir noch nicht. So viel kann ich aber versprechen: Die Kirche wird ein wunderschöner Raum. Was die Historische Stadthalle im säkularen Bereich ist, wird St. Laurentius von der architektonischen Bedeutung her für die Kirchenlandschaft - ein absoluter Magnet am Laurentiusplatz.

Konnten denn alle ursprünglichen Renovierungs-Pläne verwirklicht werden?

In den vergangenen 15 Jahren hatte die katholische Kirche in Wuppertal laut Stadtdechant Bruno Kurth jährlich einen Rückgang von rund 800 Mitgliedern zu verzeichnen, in den letzten 5 Jahren aber jährlich nur etwa 200. In 2008 gab es zumindest für den Bereich Elberfeld-Mitte eine Zunahme um 400 Mitglieder auf über 14 000. "Das ist zunächst eine erfreuliche Momentaufnahme, die auch von der Entwicklung der Stadt abhängt. Wir müssen schauen, wie sich das insgesamt weiterentwickelt", so Kurth.

Vom Bistum Köln sind für die nächsten Jahre fünf Eckpunkte für die pastorale Arbeit in allen Gemeinden vorgegeben worden: Lebendige Feier des Gottesdienstes, solide Glaubensverkündung, Engagement für Jugend und Familie, caritatives Handeln, missionarische Ausstrahlung. Die konkrete Ausgestaltung dieser allgemeinen Eckpunkte legen die Pfarrgemeinden vor Ort fest.

Der Aufsichtsrat des Verbandes hat sich für den Nachfolger von Eckhard Arens entschieden, der Ende 2009 nach Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand gehen wird. Die Wahl fiel auf den Solinger Caritasdirektor Christoph Humburg. Zuvor hatte schon der Aufsichtsrat des Solinger Caritasverbandes den Weg dafür freigemacht, dass Humburg ab 2009 beide Verbände leiten darf. Christoph Humburg ist 49 Jahre alt, stammt aus Warburg in Westfalen und leitet den Caritasverband Solingen seit Oktober 2002.

Die Pläne wurden zum Teil sogar erweitert. So gibt es eine neue Rampe für Rollstühle und Kinderwagen und die Kirche ist endlich barrierefrei. Außerdem gibt es gerade interessante Überlegungen innerhalb der Gemeinde, die Kirche ganztägig zu öffnen. (Bisher war St. Laurentius nur stundenweise und nur im Eingangsbereich geöffnet, Anm. die Redaktion) Dafür bräuchten wir allerdings Leute in der Gemeinde, die ein Auge auf die Kirche haben.

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