Theaterstück soll Schüler zur Besonnenheit im Internet bewegen.

Jugend
Zeigten im Theaterstück „Click it!“ die Gefahren des Internets: Die Zartbitter-Mitglieder Massimo Tuveri und Birgit Mehrmann (von links).

Zeigten im Theaterstück „Click it!“ die Gefahren des Internets: Die Zartbitter-Mitglieder Massimo Tuveri und Birgit Mehrmann (von links).

Gerhard Bartsch

Zeigten im Theaterstück „Click it!“ die Gefahren des Internets: Die Zartbitter-Mitglieder Massimo Tuveri und Birgit Mehrmann (von links).

Wuppertal. Während Großeltern schon beim Begriff „Mobbing“ stutzen, geraten Kinder mittlerweile in das Dickicht von „Cybermobbing“. Es gehört in das große Feld der Risiken und Nebenwirkungen, mit denen der Informationsfluss im Computerzeitalter behaftet ist. Mit dem Theaterstück „Click it!“ bereiteten die Kölner Schauspieler vom Verein Zartbitter das Problem für Schüler ab Jahrgangsstufe 6 auf. Auf Einladung von Irmgard Stinzendörfer (städtischer Kinder- und Jugendschutz) und Martina Wagner wird das Stück derzeit an neun Terminen insgesamt 1800 Schülern im Haus der Jugend Barmen gezeigt.

Nach der Vorführung konnten die Eltern noch diskutieren

Der Plot ist ebenso einfach wie nachvollziehbar. Ein an sich pfiffiger Jugendlicher gerät durch die falschen Klicks in die Fänge eines anonymen Widersachers, der ihn zu traktieren beginnt. Clou der Vorführung ist die anschließende Diskussion, an der am Dienstag auch viele Eltern teilnahmen.

Man solle sich nicht auf jeden Chat einlassen und nicht zu offen mit seinen Daten umgehen, hieß es unter anderem. Das wussten auch die Schüler, die sich zu Wort meldeten. Und sie ahnten, dass die scheinbare Anonymität im Internet beim Gegenüber leider manche Hemmschwelle beseitigt. Wie weit das gehen kann, berichtet Ralf Weidner von der Polizei: „Wir hatten einen Fall, bei dem sich Jugendliche auf Facebook gegen einen Mitschüler zusammenrotteten. Der Junge ist bald nicht mehr zur Schule gegangen.“ Erst als Schule und Eltern von den Hintergründen erfuhren und die Polizei einschalteten, konnte die Sache aufgeklärt werden.

Zufriedenstellend sei die Lage allerdings nicht, denn oft genug trauten sich die Betroffenen nach wie vor nicht, mit Eltern oder Polizei zu sprechen. „Ein Mobbingkonzept ist erforderlich“, erklärt Weidner. Ansätze gebe es, nur müssten sie dann auch umgesetzt werden.

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