Das Wuppertal Institut hat gestern die ersten Ergebnisse der Glücks-App vorgestellt. Die Forschung soll weitergehen und der Stadt nutzen.

Das Wuppertal Institut hat gestern die ersten Ergebnisse der Glücks-App vorgestellt. Die Forschung soll weitergehen und der Stadt nutzen.
Sophie Kromberg, Anna Lohmann, Kai Ludwigs, Hans Haake von „Glücklich in Wuppertal“.

Sophie Kromberg, Anna Lohmann, Kai Ludwigs, Hans Haake von „Glücklich in Wuppertal“.

Andreas Fischer

Sophie Kromberg, Anna Lohmann, Kai Ludwigs, Hans Haake von „Glücklich in Wuppertal“.

Die Cronenberger sind am glücklichsten. Jedenfalls nach den Ergebnissen der App-Befragung des Wuppertal Instituts und der Happiness Research Organisation. Natürlich mit Einschränkungen, wie Hans Haake, der Projektverantwortliche der App „Glücklich in Wuppertal“, erklärt. Das gelte natürlich nur für die Cronenberger, die mitgemacht haben, sagt er wissenschaftlich korrekt. Aber laut den Ergebnissen des ersten halben Jahres, in dem die Befragung läuft, gilt das für alle verschiedenen Glücksdefinitionen, die abgefragt wurden. Alle anderen Stadtteile wechseln in der Reihenfolge, je nach Fragestellung. Von daher habe man auch kein Ranking aufgestellt, sagt Haake.

Die Wuppertaler sind „durchaus glücklich“

Haake hat am Dienstagabend in der Aula des Wuppertal Instituts vor etwa 40 Zuhörern die Ergebnisse präsentiert, gemeinsam mit Kai Ludwigs, dem anderen Projektverantwortlichen der Happiness Research Organisation, Uwe Schneidewind, dem Präsidenten des Wuppertal Instituts, und Oberbürgermeister Andreas Mucke.

Heraus kam ein insgesamt positives Bild. Die Wuppertaler sind „durchaus glücklich“, sagt Haake, auch im Vergleich mit den Ergebnissen ähnlicher Erhebungen. Die Werte liegen sogar über denen anderer Befragungen. Die Zahlen basieren auf 1208 ausgewerteten Fragebögen. 127 von Personen, die an beiden Runden teilgenommen haben.

Aber – und da werden die Ergebnisse konkreter – an einigen Faktoren der Lebensqualität könne man nachbessern. So sei aufgefallen, dass es sowohl bei der Infrastruktur für Autos und Fahrräder Ausreißer nach unten gibt. „Die fallen klar ab gegenüber der Bewertung des ÖPNV und der Fußgänger-Situation“, sagt Haake. Bei Autofahrern sei aber ein positiver Verlauf aufgefallen – vermutlich wegen der Öffnung der B7. Eine nachweisbare Kausalität gebe es aber nicht, so Haake.

Auch werde die Einschätzung der Angebote für behinderte Menschen nicht so gut bewertet. Ebenso wie die Sauberkeit und der Lärm in der Stadt. Ein auffällig positiver Wert betrifft die Zufriedenheit mit der Wohnsituation. Solche Ausreißer sind für das Wuppertal Institut hochspannend und sollen weiter erforscht werden.

Laut Haake sollen deswegen in Zukunft entweder mehr Antworten künftiger Fragebögen mit Freifeldern für Erklärungen versehen werden oder auch einzelne Nutzer bei auffälligen Antworten direkt aufgefordert werden, diese zu begründen. Damit sollen die Ergebnisse nutzbarer werden – auch in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung.

Oberbürgermeister Andreas Mucke betonte, dass die Forschung in die Pläne zur Stadtentwicklung Einzug halten soll. „Wir werden jetzt gemeinsam schauen, wo wir konkret was umsetzen können.“

Um mehr Daten zu sammeln und auch mehr Nutzer zu gewinnen, sollen die App-Nutzer künftig auch direkter über aktuelle Geschehnisse in der Stadt befragt werden. Der allgemeine Fragebogen soll dafür kürzer werden. Haake sagt, das eigentliche Potenzial liege nämlich in der Schnittmenge von Glücks- und Stadtentwicklungsforschung. Einerseits gibt es da die generelle Bewertung der Lebensumstände, siehe etwa Infrastruktur. Andererseits berichtete Kai Ludwigs auch von Ergebnissen der Befragungen zu aktuellen Projekten. Dabei zeigte sich, wie die Nutzer etwa die Seilbahn bewerten (57 Prozent dafür, 30 dagegen), die Verlängerung der Nordbahntrasse (96 dafür, 2 dagegen) und das Factory Outlet Center (41 dafür, 44 dagegen, 15 unentschieden).

Bei allem Interesse an den Zahlen – an der Repräsentativität lässt sich arbeiten. So hätten mehr Menschen aus Elberfeld und Barmen teilgenommen als aus den anderen Stadtteilen und generell nur wenige Migranten. Eine gute Verteilung gebe es aber, was Alter und Geschlecht angeht. Alle Altersgruppen zwischen 20 und 75 Jahren seien ihrem Anteil in der Stadt nach vertreten.

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