Im hinteren, ehemaligen Kino-Bereich gibt es jede Menge Platz für neue Ideen – die ISG wünscht sich Kultur.

Für den Concordiakomplex gegenüber des Rathauses sind Projektentwickler gefragt.   Archiv
Für den Concordiakomplex gegenüber des Rathauses sind Projektentwickler gefragt. Archiv

Für den Concordiakomplex gegenüber des Rathauses sind Projektentwickler gefragt. Archiv

Anna Schwartz

Für den Concordiakomplex gegenüber des Rathauses sind Projektentwickler gefragt. Archiv

Barmen. Bald 20 Jahre steht der Fita-Palast, das ehemalige Kinocenter im hinteren Teil des Concordia-Hauses, leer. Dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändert, ist derzeit eher unwahrscheinlich. Die Pläne, in der rund 2300 Quadratmeter großen Räumlichkeit ein Theater zu eröffnen, seien gescheitert, sagt Dennis Riebeling von der Immobilienfirma Terrania AG, die das Objekt besitzt und verwaltet. Der potenzielle Mieter habe angesichts der Probleme, die ein kostspieliger Umbau wohl mit sich gebracht hätte, von dem Vorhaben Abstand genommen. So hätten unter anderem die Auflagen des Denkmalschutzes den Interessenten abgeschreckt.

In der Diskussion waren unter anderem Ärztehaus, Einzelhandel

Nun sei man wieder auf der Suche nach einem Nutzer. Die Pläne zur Nutzung der Immobilie als Theater reihen sich ein in letztlich gescheiterte Vorhaben, mit denen dem prunkvollen früheren Kinokomplex wieder Leben eingehaucht werden sollte. In der Diskussion waren unter anderem eine Disco oder ein Ärztehaus, auch der Einzug eines Textileinzelhändlers stand zur Debatte. Die entsprechenden Pläne wurden aber nie in die Tat umgesetzt. Genutzt werden könnten die Räume im rückwärtigen Teil des Concordia-Hauses auch für gastronomische Einrichtungen oder etwa ein Fitnessstudio. Für den Einzelhandel bieten sich die Räumlichkeiten nicht ohne Weiteres an, da sie nicht im Erdgeschoss liegen.

Dass so ein renommiertes Prunkstück der Stadtgeschichte seit gut zwei Jahrzehnten leersteht, ärgert auch die Bezirksvertreter. Allerdings seien der Politik in der Sache die Hände gefesselt, weil es sich nun einmal um Privateigentum handle, über das der Eigentümer schalten und walten könne, sagt Bezirksbürgermeister Hans-Joachim Lücke. Zudem sei der Leerstand als solcher – anders als bei den angrenzenden Einzelhandelsgeschäften in der Schuchardstraße und im Werth – von der Fußgängerzone aus nicht zu sehen.

Lücke wünscht sich einen engagierten Projektentwickler, der bereit und in der Lage ist, ein schlüssiges Konzept für die Immobilie zu entwickeln und dann auch Geld hineinzustecken – oder eben Geldgeber dafür zu gewinnen. „Das Entwicklungspotenzial ist gewaltig“, sagt er. Auf dem Neujahrsempfang der Concordia-Gesellschaft wolle er das Thema noch einmal ansprechen.

Dass der Denkmalschutz bei einem möglichen Umbau ein großes Problem darstellt, glaubt der Bezirksbürgermeister nicht. Von entsprechenden Beschränkungen seien ja im Grunde nur das Treppenhaus und die Fassade betroffen. Nach Ansicht Lückes hängt die Entwicklung in der Barmer Innenstadt momentan aber auch vom Fortgang der Bauarbeiten und der Gestaltung am Döppersberg ab. So gebe es bei einigen Einzelhändlern Abwanderungspläne in Richtung Factory Outlet Center (FOC) am Hauptbahnhof, andere Investoren oder Geschäftsleute würden derzeit abwarten, ob es sich lohne, dort zu investieren. Deshalb sei es wichtig, dass sich Barmen als Einzelhandelsstandort „neu positioniere“. Auch bei der Immobilien- und Standort-Gemeinschaft (ISG) Barmen-Werth wünscht man sich, dass der ehemalige Fita-Palast in nicht allzu ferner Zukunft eine neue Nutzung findet. „Das ist ein tolles Gebäude mit einem Super-Ambiente“, sagt ISG-Geschäftsführer Thomas Helbig.

Bei dem jetzigen Concordia-Haus handelt es sich um einen Neubau aus der Zeit um 1900. Das erste Haus hatte die Gesellschaft Concordia von 1818 bis 1896 genutzt.

Es wurde ein Neubau beschlossen, weil das Vereinshaus den damaligen Anforderungen nicht mehr genügt hatte. Im Februar 1900 wurde das jetzige Gebäude eingeweiht. Von der reichen Fassadenverzierung ist mit Ausnahme des Portals aber nicht mehr viel übrig geblieben. Beim verheerenden Bombenangriff vom 30. Mai 1943 wurde der Großteil der Fassade zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Vor allem für Kulturveranstaltungen sei es ein „schönes Plätzchen“. Bislang sei es aber offenbar so, dass die Terrania durch die Vermietung der Geschäfte im Erdgeschossbereich immer noch so viel Einnahmen mache, dass der Leerstand im ehemaligen Kinokomplex finanziell zu ertragen sei.

Neues Leben in diesem Teil des Concordia-Hauses wäre aber auch deshalb wichtig, weil das historische, um 1900 gebaute Gebäude für den Stadtteil „ein Leuchtturm“ sei, betont Helbig. Der zum Werth hin gelegene, vordere Bereich des Concordia-Hauses wird von der 1801 gegründeten Bürgergesellschaft Concordia genutzt. Die Gesellschaft, die sich der Pflege und Förderung von Kunst, Kultur und Bildung verschrieben hat, bietet drei größere Säle für Hochzeiten, Tagungen oder andere Veranstaltungen. Auch eine Bar mit Clubzimmer sowie ein kleinerer, 35 Quadratmeter messender Gesellschaftsraum, finden sich in der ersten Etage.

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