Vereine und Gruppen traten beim Christopher Street Day dafür ein, Menschen jeder sexuellen Orientierung zu akzeptieren.

Zur Eröffnung des Aktionstags trat die Gruppe Apito Fiasko auf.
Zur Eröffnung des Aktionstags trat die Gruppe Apito Fiasko auf.

Zur Eröffnung des Aktionstags trat die Gruppe Apito Fiasko auf.

Gerhard Bartsch

Zur Eröffnung des Aktionstags trat die Gruppe Apito Fiasko auf.

Barmen. Wehende Fahnen in Regenbogenfarben, Menschen mit Blumenkränzen im Haar, schrillen Klamotten und bunt gefärbten Haaren. Der Bergische Christopher Street Day (CSD) lockte am Samstag zahlreiche Besucher auf den Johannes-Rau-Platz in Barmen.

Zum siebten Mal veranstaltete der Verein „Wupperpride“ den Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern, um für ihre Rechte und gegen Diskriminierung zu demonstrieren. Neben vielen Konzerten von Bands wie „Apito Fiasko“ oder auch dem „WupperTrio“, erfrischenden Cocktails und knackigen Würstchen vom Grill, stellten Gruppen und Vereine ihre Arbeit zu homo-, bi- und transsexuellen Themen vor.

„Wir werden leider nie als Stadtfest wahrgenommen und in Programmen der Stadt nie erwähnt. Zwischen Barmen Live und Bierbörse könnte man doch auch mal uns erwähnen.“

Anne Simon, Wupperpride

Mit dabei waren unter anderem die Aids-Hilfe Wuppertal, die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, das Radio Antenne Regenbogen, das Frauenzentrum Urania oder auch die Initiative „Immer dabei. Ältere Lesben und Schwule in Wuppertal“.

So bunt, fröhlich und ausgelassen der Bergische CSD auch ist, die Botschaft, die die Veranstalter und Teilnehmer mit dem Aktionstag vermitteln wollen, ist umso ernster. Anne Simon vom Vorstand vom Verein Wupperpride erklärt, warum: „Es gibt nach wie vor Gewalt an Menschen, die anders lieben und leben. Mit unserem CSD und auch anderen Aktion treten wir konsequent dagegen und wollen für die Akzeptanz von Homosexuellen sensibilisieren. So zu leben wie man möchte ist ein Menschenrecht“.

Weiter spricht sie an, dass immer noch junge Menschen besonders in Schulen wegen ihrer sexuellen Orientierung ausgegrenzt und gemobbt werden und teilweise sogar körperlicher Gewalt ausgesetzt sind. „Und nicht nur das. Auch unter Flüchtlingen gibt es Menschen, die aus ihrem Heimatland wegen ihrer sexuellen Orientierung geflohen sind. Häufig erleben sie hier in den Unterkünften die gleiche Gewalt, vor der sie eigentlich geflohen sind“, so Anne Simon.

Weil laut Anne Simon die Zeiten von Menschenrechtsverletzungen nicht vorbei sind, ruft sie dazu auf, sich für diese einzusetzen. Und damit meint sie nicht nur die Diskriminierung von Homosexuellen, sondern auch Rassismus, Fremdenfeindlichkeit oder auch Antisemitismus.

„Ausruhen auf dem, was man sich bisher erkämpft hat, schafft den Ewiggestrigen nur neue Räumen für ihre Diskriminierung. Man muss weiter machen, und der CSD in Wuppertal muss noch bekannter werden“, sagt sie. Und wünscht sich dabei von der Stadt mehr Unterstützung.

„Wir werden leider nie als Stadtfest wahrgenommen und in Programmen der Stadt nie erwähnt. Zwischen Barmen Live und Bierbörse könnte man doch auch mal uns erwähnen. Auch viele Unternehmen, die wir wegen eines Sponsorings anfragen, lehnen ab. Einen Grund erfahre ich nie. Aber bei anderen Stadtfesten sehe ich dann ihre Banner. Warum nicht auch bei uns?“

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