Gehofft hatten es alle, aber das Ausmaß überrascht trotzdem: Die Monet-Schau ist ein Besucher-Magnet. Dass sie voraussichtlich 200.000 Gäste anlockt, ist ein Riesengewinn für die Stadt, die damit in die Topliga der Kunst-Metropolen aufsteigt. Trotzdem ist sie auch ein Eigentor. Ob Besucher, die nur für Monet ins Tal reisen, aber am Ende über die Organisation klagen, noch einmal zurückkommen oder gar Werbung für die Schwebebahn-Stadt machen, darf bezweifelt werden.

Das noch nie dagewesene Interesse hat Gerhard Finckh und seine Mitarbeiter förmlich überrollt. Fehler gibt Finckh deshalb freimütig zu. Das ehrt ihn, ändert aber nichts an den Folgen. Verärgerte Gäste sind die schlechteste Werbung, die Wuppertal haben kann. Stadt und Marketing-Experten hätten das Museumsteam mit aller Kraft unterstützen müssen. Dass Monet ein Zugpferd werden soll, war schließlich lange genug bekannt. Doch der Boom wurde unterschätzt und damit aus Marketingsicht eine ganz große Chance vertan.

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