BV stimmt gegen Pläne der Stadt. Die legte eine Alternative vor. Umsetzung bis August angepeilt.

BV stimmt gegen Pläne der Stadt. Die legte eine Alternative vor. Umsetzung bis August angepeilt.
Auch viele Anwohner wollten, dass alle vier Bäume stehen bleiben. Jetzt hat die Stadt eine Alternative vorgelegt. Archiv

Auch viele Anwohner wollten, dass alle vier Bäume stehen bleiben. Jetzt hat die Stadt eine Alternative vorgelegt. Archiv

Anna Schwartz

Auch viele Anwohner wollten, dass alle vier Bäume stehen bleiben. Jetzt hat die Stadt eine Alternative vorgelegt. Archiv

Nordstadt. Nach der Entscheidung gab es Applaus für die Bezirksvertretung Elberfeld. Im Zuschauerraum saßen einige Anlieger des Carnapsplatzes, die darauf gehofft hatten, dass die BV die Pläne der Stadt unterbinden würde. Und das hat sie. Nach einigem Hin und Her haben die Politiker sich darauf geeinigt, zwei Bäume auf dem südlichen Platz stehen zu lassen.

Diese sollten bei der Umgestaltung des Spielplatzes an der Hermann-von-Helmholtz-Realschule zwischen Mirker und Helmholtzstraße gefällt werden. Die Pläne hatten zuvor für Diskussionsstoff gesorgt. Denn es gab zwar eine als vorbildlich anerkannte Beteiligung der Schüler an der Gestaltung – dafür aber den Makel, dass die Fällung zweier Bäume diesen nicht als Option vorgegeben worden ist, sondern als gesetzt.

„Der Schatten kommt von den Häusern. Wenn Sie wirklich etwas ändern wollen, müssten die weg.“
Leonie Altendorf, Anwohnerin

Am Mittwochabend schien der Tagesordnungspunkt eindeutig im Sinne der Anwohner zu verlaufen. Schon der Leiter des Jugendamtes, Dieter Verst, sagte von vornherein, dass die Verwaltung Alternativpläne vorbereitet hätte, falls die BV sich gegen die bisherigen Pläne entscheiden würde. Um schnell loszulegen zu können, hatte die Stadt also schon vorgesorgt.

Wären sich alle Fraktionen einig gewesen, hätte die BV schon an dieser Stelle entscheiden können – konnte sie aber nicht. Zwar sagten sowohl die SPD als auch die Grünen und die Linke, dass sie die Fällung der Bäume an der Helmholtzstraße nicht unterstützen würden.

Thomas Kring (SPD) erklärte, der Wille der Bürger sei eindeutig, die Bäume stehen zu lassen. „Als Politiker kann ich unmöglich gegen die Bürger stimmen“. Gerta Siller (Grüne) betonte, dass auch Mütter den Spielplatz nutzten und ohne die Bäume in der prallen Sonne sitzen müssten. Cemal Agir (Linke) hatte lange selbst dort gewohnt und bestätigte das: „Die Leute sitzen im Sommer unter den Bäumen“.

Da die Bezirksvertretung die ursprünglichen Pläne abgelehnt hat, die die Fällung der Bäume an der Helmholtzstraße nötig gemacht hätte, hat die Stadt die Pläne leicht verändern müssen.

Drei Trampoline, der Basketballkorb, die leicht überdachte Sitzkombination beim Basketballkorb, Erneuerung des Zaunes Helmholtzstraße/Neue Nordstraße. Außerdem werden zwei Bäume an der Mirker Straße gefällt (darüber gab es keine Diskussionen).

Die Bäume an der Helmholtzstraße bleiben erhalten. Die große Korbschaukel kommt in die Mitte des Platzes vor den Bolzplatz. Der dort stehende Kletterkubus wird abgebaut. Zwei Picknicktischkombinationen in unmittelbarer Nähe zu den beiden Bäumen, die gefällt werden sollten, werden nicht aufgestellt. Stattdessen stellt die Stadt bis zu vier Bänke auf dem Spielgelände auf. Der mittlere und hintere Bereich Helmholtzstraße/Neue Nordstraße mit den drei Tischtennisplatten bleibt so wie er jetzt ist.

Trotzdem sahen sich CDU und FDP nicht überzeugt. Joachim Knorr (CDU) verwies auf die Beteiligung der Schüler der Hermann-Helmholtz-Realschule, auf deren Wünschen die städtischen Pläne basierten. Dass diesen Schülern die Möglichkeit, die Bäume zu erhalten, nicht kommuniziert worden war, nahm er nicht zur Kenntnis. Dafür gab Knorr aber als „Trost“ zu Protokoll, dass die anderen Bäume auf dem Platz den Verlust der gefällten ausgleichen würden.

Dezernent Matthias Nocke als Vertreter der Verwaltung versuchte noch einmal die Pläne im Sinne der Fällung zu verteidigen, indem er auf die Interessen der Jugendlichen verwies, die in dem dicht bebauten Stadtteil zu wenige Plätze für sich hätten. Es gebe unterschiedliche Sichtweisen der Generationen, sagte er. Die BV solle an die Jugendlichen denken.

Daraufhin meldete sich Leonie Altendorf als Anwohnerin aus dem Publikum zu Wort. Für sie als Mutter seien die Bäume wichtig. Und das von der Stadt als problematisch angeführte Verhältnis von Licht und Schatten sei sehr gut. „Der Schatten kommt von den Häusern. Wenn Sie wirklich etwas ändern wollen, müssten die weg“, sagte sie und sorgte für Lacher. Am Ende stellten Dieter Verst und seine Mitarbeiter den Alternativplan vor. Der wurde einstimmig angenommen und soll bis Juli oder August umgesetzt werden.

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