Die Wuppertalerin Natalie Dembonczyk (16) hat mit ihrem Plakatentwurf beim DAK-Wettbewerb in der Kategorie „Instagram“ gewonnen.

Die Wuppertalerin Natalie Dembonczyk (16) hat mit ihrem Plakatentwurf beim DAK-Wettbewerb in der Kategorie „Instagram“ gewonnen.
Natalie Dembonczyk aus Wuppertal zeigt ihren Siegerentwurf.

Natalie Dembonczyk aus Wuppertal zeigt ihren Siegerentwurf.

Paul Hahn

Natalie Dembonczyk aus Wuppertal zeigt ihren Siegerentwurf.

Komasaufen unter Jugendlichen nimmt immer mehr zu. In Wuppertal haben sich die jährlichen Zahlen in den Krankenhäusern in den vergangenen 15 Jahren mehr als verdoppelt. Deshalb veranstaltete die DAK einen Wettbewerb „Bunt statt blau: Kunst gegen Komasaufen“. Dabei sollten Jugendliche ein Plakat gegen das Rauschtrinken gestalten.

„Die Leute sehen nicht schön aus, wenn sie betrunken sind.“

Natalie Dembonczyk

Siegerin in der Kategorie „Instagram“ wurde die Wuppertaler Schülerin Natalie Dembonczyk. „Die Idee habe ich von meiner Kunstlehrerin“, erzählt Natalie Dembonczyk, die die Realschule Hohenstein besucht. Die Lehrerin brachte ihren Schülern auch die großformatigen Papiere mit. Zu Hause machte sich die 16-Jährige sofort an die Arbeit. „Ich kenne das Problem aus meinem eigenen Freundeskreis und habe mir überlegt, wie man sich fühlt. Die Leute sehen nicht schön aus, wenn sie betrunken sind“, sagt sie.

Mit Wasserfarben und Gouache sowie speziellen Silberfarben für die Ohrringe malte sie dann ihr Plakat. „Ich habe versucht, viele Details hineinzubringen. Manches habe ich auch vorher in Skizzen ausprobiert - etwa die Haare oder das Weinen, wie ich das gestalte.“ Einen Nachmittag lang arbeitete sie an ihrem beeindruckenden Werk, dann war es fertig.

Natalie Dembonczyk malt gerne und viel. „Mein ganzes Zimmer hängt voller Bilder.“ Am liebsten zeichnet sie Porträts, Menschen in allen Variationen. Doch auch reduzierte Illustrationen faszinieren sie. Wenn sie in wenigen Wochen mit der Realschule fertig ist, möchte sie am Berufskolleg Haspel ihr Abitur machen - mit Kunst und Englisch als Leistungskursen. Anschließend möchte sie ihre künstlerische Begabung auch beruflich einbringen.

Das Plakat mit dem geteilten Porträt einer Frau - einmal hübsch und fröhlich, einmal heruntergekommen im Alkohol - sollte eigentlich über die Lehrerin beim DAK-Wettbewerb eingeschickt werden. Da das nicht klappte, entschied sich Natalie Dembonczyk ganz kurzfristig, es per Instagram einzureichen. Der Anruf, dass sie in dieser Kategorie nun Siegerin wurde, hat sie überrascht: „Ich war voll glücklich.“ Insgesamt hatten 8000 Schüler aus ganz Deutschland an dem Wettbewerb teilgenommen.

Preisverleihung in Berlin

Gemeinsam mit ihrem Vater wurde sie von der DAK zur Preisverleihung nach Berlin eingeladen. Dort gratulierten ihr die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, der Sänger Emree Kavás und der Vorstand der DAK-Gesundheit, Thomas Bodmer, zu ihrer Arbeit. Neben einem Preisgeld von 200 Euro erhält die Schülerin auch ein Ticket für die Medienmesse re:publica 2019 in Berlin. So kann sie weitere Kontakte knüpfen.

„Das Siegerplakat ist sehr opulent gestaltet und verweist mit vielen Details auf die Risiken des Rauschtrinkens“, sagte DAK-Vorstand Thomas Bodmer bei der Preisverleihung. „Auch im neunten Wettbewerbsjahr ist beeindruckend, wie die Teilnehmer unter dem Motto ‚bunt statt blau’ im wahrsten Sinne des Wortes Farbe gegen das Komasaufen bekennen.“ Er war begeistert von dem Bild, das zeige, wie Alkohol die Schönheit einer jungen Frau verwischen kann, ganz so wie Regentropfen die leuchtend-schönen Farben einer Leinwand.

Bei ihrem Berlin-Besuch guckte sich die Wuppertalerin auch einige Sehenswürdigkeiten dort an: das Brandenburger Tor, den Fernsehturm und das Menschen-Museum. Die Aktion hat Natalie Dembonczyk gefallen: „Es hat Spaß gemacht, so ein Thema zu gestalten und die Leute zu beeinflussen. Ich hoffe, dass es dadurch bei dem ein oder anderen ,klick’ macht.“ Jetzt möchte sie auf die Suche nach weiteren Wettbewerben gehen.

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