Die CDU-Abgeordneten Peter Hintze und Jürgen Hardt wollen keinen Rücktritt – im Gegensatz zu Hermann Ott.

Bundespräsident Christian Wulff auf dem Weg zum ARD-Hauptstadtstudio.  Foto: Wolfgang Kumm
Bundespräsident Christian Wulff auf dem Weg zum ARD-Hauptstadtstudio. Foto: Wolfgang Kumm

Bundespräsident Christian Wulff auf dem Weg zum ARD-Hauptstadtstudio. Foto: Wolfgang Kumm

Manfred Zöllmer wollte die angekündigte Erklärung abwarten.

Hermann Ott ist für einen Rücktritt von Christian Wulff

Peter Hintze empfindet die Kritik als maßlos überzogen

Jürgen Hardt ist gegen einen Rücktritt von Christian Wulff.

dpa, Bild 1 von 5

Bundespräsident Christian Wulff auf dem Weg zum ARD-Hauptstadtstudio. Foto: Wolfgang Kumm

Wuppertal. Bundespräsident Christian Wulff steht immer stärker unter Druck, Mittwochabend hat er sich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu den Vorwürfen geäußert. Die WZ wollte von den Wuppertaler Bundestagsabgeordneten wissen, wie sie zu den Vorwürfen gegenüber dem Bundespräsidenten stehen und ob sie einen Rücktritt von Wulff befürworten. Ihre Erklärungen gaben Sie noch vor dem Fernsehinterview von Wulff ab.

Jürgen Hardt, Bundestagsabgeordneter der CDU und Vorsitzender des Wuppertaler Kreisverbandes der Christdemokraten, erklärte: „ Ich würde mir wünschen, dass der Bundespräsident seine Arbeit unbelastet von diesen Vorwürfen weiter machen kann. Ich erwarte aber auch zu konkreten Vorwürfen konkrete Antworten.“ Hardt ist der Meinung, dass die Vorwürfe gegen Wulff für einen Rücktritt „nicht relevant genug“ sind, räumte aber ein, dass der Umgang des Bundespräsidenten mit den Journalisten der Bild-Zeitung nicht in Ordnung sei. „Ich glaube, dass er das Amt bisher erfolgreich ausgeführt hat und dies auch weiter machen wird“, sagte Hardt über Wulff, betonte jedoch, dass der Bundespräsident für Klarheit zu den Vorwürfen sorgen solle.

„Er hat dem Amt und dem Land so viel Schaden zugefügt, das kann er nicht wiedergutmachen.“

Hermann Ott, Abgeordneter der Grünen

Hermann Ott, Bundestagsabgeordneter der Grünen, ist gänzlich anderer Meinung: „Ich finde, Christian Wulff muss zurücktreten. Er hat dem Amt und dem Land bereits so viel Schaden zugefügt, das kann er gar nicht wieder gut machen.“ Laut Ott ist Wulff so beschädigt, dass er sich zu wichtigen Themen nicht mehr unbefangen äußern könne. „Wie kann er sich zur Finanzkrise äußern, wenn er bei seinen eigenen Finanzen so schludert“, fragt Ott eher rhetorisch. Zudem wirft er Wulff Doppelzüngigkeit in Bezug auf sein Verhalten Journalisten gegenüber vor.

Peter Hintze, Wuppertaler CDU-Abgeordneter und Staatssekretär im Wirtschaftsministerium hält die Kritik an Wulff für „maßlos überzogen“. „Ich bin der festen Auffassung, dass Christian Wulff im Amt bleiben sollte“, sagte Hintze und begründete dies damit, dass Wulff international sehr anerkannt sei. „Ich finde es schade, dass die Kritk so überzogen ist.“ Laut Hintze hänge dies auch damit zusammen, dass sich Deutschland derzeit in einer nachrichtenarmen Zeit befinde. „Jeder hat das Recht, sich und seine Familie vor einem skandalisierenden Bericht zu schützen“, verteidigt er den Anruf bei der Bild-Zeitung und fügt an: „Auch der Bundespräsident hat das Recht, einfach mal emotional zureagieren.“ Abschließend sagte er: „Ich wünsche mir, dass er Bundespräsident bleibt und ich glaube auch, dass dies so sein wird.“

Manfred Zöllmer erwartet vor allem, dass die Integrität des Bundespräsidenten gewährleistet bleibt, beziehungsweise, dass Wulff in Zukunft in der Lage ist, als moralische Autorität auftreten zu können. „Nach der derzeitigen Faktenlage ist das jedoch sehr schwer“, meint denn auch Zöllmer. Er wollte allerdings erst einmal die erwartete Erklärung von Wulff abwarten. Dies gebiete die Fairness, wie er anfügte.

Im Mai vergangenen Jahres besuchte Christian Wulff das Aprather Forschungszentrum von Bayer und wurde begeistert von den Mitarbeitern empfangen. „Die Wuppertaler können zu Recht stolz auf ihre Stadt sein“, grüßte er die Wuppertaler.

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