Der Start am Donnerstag sei „Kein guter Tag für Wuppertal“.

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Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Wuppertal. Für die Kreisgruppe Wuppertal im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist Ikea „ein großer Umweltskandal“. BUND-Sprecher Jörg Liesendahl teilte anlässlich der gestrigen Ikea-Eröffnung mit, Ikea sei ein Paradebeispiel für investorengesteuerte Stadtzerstörung: „Von der Stadt Wuppertal war diese Investition gewollt. Und dafür wurden alle Hindernisse aus dem Weg geräumt.“ Nachdem zunächst Ikea einen offenbar „sehr kompromissbereiten“ Gutachter für die Naturschutz-Belange gefunden hätte, den anschließend die Stadt Wuppertal weiter beschäftigt habe, sei die ökologische Wahrheit streckenweise geradezu umgekehrt worden, so der Bund.

Mit dem Ergebnis, dass geschützte Biotope, Tiere und Pflanzen unter „weitestmöglicher Interpretation der Gesetze“ zerstört bzw. getötet wurden. „Entsprechende Strafanzeigen wie zur Gewässerverschmutzung der Meine und zur Tötung zahlreicher Erdkröten laufen derzeit noch. „Die Ermittlungen dauern in den Verfahren an“, hieß es dazu gestern auf WZ-Nachfrage von Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert, dem Leiter der Abteilung Wirtschaftskriminalität.

Der BUND kritisiert, es seien nicht nur auf dem direkten Baufeld geschützte Lebensräume zerstört worden, sondern auch die im Bebauungsplan festgesetzten Ausgleichsgewässer seien bislang nicht vollständig geschaffen worden. „Obwohl für den Bau von Ikea zahlreiche Bäume gefällt wurden, stehen jetzt offenbar weitere Baumfällungen an, für die erst einmal eine breite Schneise durch den Wald nötig werde“, so Jörg Liesendahl. „Es ist schon zynisch, wenn man ein Gebäude errichtet und dann die angrenzenden Bäume gefällt werden müssen, weil sie jetzt „Gefahrenbäume“ sein sollen.“ kas/kati

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