Das Kinderhaus Luise Winnacker, der Freundeskreis Pauluskirche und der Bürgerbus Ronsdorf sind die Preisträger.

Wuppertal. Mehr als 40 Bewerbungen sichtete die Jury, um dann eine schwere Entscheidung treffen zu müssen. Wer wird BürgerTal-Preisträger 2008? Schließlich fiel die Entscheidung auf drei ebenso unterschiedliche wie ehrgeizige Projekte, die die ganze Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements in Wuppertal aufzeigen.

Der erste Preis (15.000 Euro) geht an das Unternehmen Zündfunke im Kinderhaus Luise Winnacker. Die Jury würdigt den langen Atem der Initiative, sich um bessere Bildungschancen für sozial benachteiligte Kinder zu kümmern. Sogenannte auffällige Schüler werden im Kinderhaus Winnacker eingeladen, ihre Potenziale zu entdecken und zu nutzen. Bei den Projekten arbeitet das Unternehmen Zündfunke eng mit Lehramtsstudenten der Bergischen Universität zusammen und erreicht damit einen weiteren Mehrwert. Die angehenden Lehrer lernen schon während des Studiums, den tatsächlichen Anforderungen des Schulalltags gewachsen zu sein. Die Freude bei Lieselotte Winnacker-Spitzl über das Preisgeld war riesig: "Die Unterstützung kommt genau zur richtigen Zeit. Sie würdigt ein Projekt, das allen Problemen zum Trotz seit Jahren mit Leidenschaft betrieben wird."

Das gilt auch für die Ehrenamtlichen vom Freundeskreis Pauluskirche Unterbarmen. Sie haben sich bereits zum zweiten Mal um den BürgerTal-Preis beworben. Diesmal hat es geklappt: An den Freundeskreis geht der 2. Preis (10.000 Euro). Die Mitglieder kümmern sich um den Erhalt und die Nutzung eines denkmalgeschützten Gotteshauses, das als reine Kirche nicht mehr benötigt wird. Der Freundeskreis sorgt dafür, die Pauluskirche als Bindeglied zwischen kirchlichem und kulturellem Leben in der Stadt zu erhalten. Vier besondere Gottesdienste werden in Unterbarmen dank des fast 100 Mitglieder zählenden Vereins abgehalten. Die Kirche öffnet sich für die Universität, für Ausstellungen und Vorträge. Fester Bestandteil im Veranstaltungskalender Unterbarmens ist der monatliche Büchermarkt.

Bewusst zeichnet die Jury herausragende Initiativen in den Stadtteilen aus. Zu ihnen gehört der Bürgerbus in Ronsdorf. Er sorgt für Mobilität vor allem älterer Stadtteilbewohner und fährt zum Teil abgelegene Straßen an, die von den Stadtwerken nicht bedient werden. Der Bürgerbus-Verein erhält zum weiteren Ausbau seines Angebots den dritten Preis (5000 Euro). In der Jury-Begründung heißt es: Der Bürgerbus ist eine beispielhafte Ergänzung des Linienbusnetzes mit Modellcharakter. In Cronenberg ist das Signal bereits angekommen. Dort hat sich ebenfalls ein Bürgerbus-Verein gegründet, der zurzeit den Fahrplan ausarbeitet.

Der BürgerTal-Sonderpreis geht an die Organisatoren der Weihnachtsfeier für einsame Menschen in der Stadthalle. Belohnt wird ein ungebrochen engagierter Einsatz über Jahrzehnte. Die Weihnachtsfeier für Einsame gibt es seit Kriegsende. Sie war einst vom CVJM ins Leben gerufen worden. Inzwischen sind Caritas, Katholische Jugend und Diakonisches Werk mit im Boot und sorgen dafür, dass hunderte Wuppertaler Heiligabend nicht allein zu Hause sitzen müssen, sondern in festlichem Rahmen Weihnachten feiern können.

Der bereits zum zweiten Mal ausgeschriebene BürgerTal-Preis der Jackstädt-Stiftung und der Westdeutschen Zeitung ist mit insgesamt 30 000 Euro dotiert.

Ziel ist es, ehrenamtliches Engagement zu würdigen und damit möglichst viele Wuppertaler anzuregen, sich für die Gemeinschaft in ihrer Stadt einzusetzen. Vereine, Initiativen und Gemeinschaften, die in diesem Jahr nicht unter den Preisträgern sind, sollten sich auf jeden Fall im kommenden Jahr erneut bewerben. Dann geht BürgerTal in die dritte Runde.

Lore Jackstädt (Jackstädt-Stiftung), Dr. Jörg Mittelsten Scheid (Vorwerk) und Frank Reiners (WZ).

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer