Die Täter entführten ihr Opfer und verprügelten es. Die Polizei warnt vor Diebes-Trick.

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Wuppertal. Es hätte ein Schnäppchen aus dem Internet werden sollen: Einen günstigen Audi A6 wollte ein 39-jähriger Mann aus Oldenburg (er arbeitet derzeit in Wuppertal) von einem Privatanbieter kaufen. Mit dem Verkäufer verabredete er am Montagabend ein Treffen in Elberfeld-West - der Beginn einer schlimmen Nacht, an deren Ende der 39-Jährige sich ausgeraubt und zusammengeschlagen an einem Golfplatz bei Haan wiederfand.

Einen fünfstelligen Betrag in bar brachte der 39-Jährige mit zum telefonisch vereinbarten Treffpunkt an der Ecke Alte Dorfstraße/Am Thun. Dort in der Dunkelheit erwartete den Mann aber nicht der erhoffte A6 - stattdessen zerrten ihn drei Männer in einen weißen Transporter und fuhren davon. Im Lieferwagen misshandelte das Trio - zwei der Männer waren mit Sturmhauben maskiert - ihr Opfer massiv, traten, schlugen und würgten ihn.

In der Nähe des Golfclubs Haan-Düsseltal, in ländlichem Gebiet östlich der Wuppertaler Stadtgrenze, warfen die Täter den 39-Jährigen schließlich ohne sein Geld aus dem Auto und flohen unerkannt. Der Oldenburger konnte die Polizei alarmieren und wurde ins Krankenhaus gebracht. Er erlitt diverse Blutergüsse und einen schweren Schock, auch am Dienstag war er laut Polizei nicht vernehmungsfähig.

Über die Täter ist bislang nur bekannt, dass sie südländisch aussahen und zwischen 20 und 30 Jahre alt sind. "Der Tatverlauf lässt darauf schließen, dass es professionelle Täter waren", sagte Polizeisprecher Alexander Kresta. Fingierte Autokauf-Angebote, die als Raubüberfälle endeten, kämen bundesweit immer häufiger vor, so Kresta. "Die Täter agieren vor allem über das Internet, weil es nirgends einfacher ist, anonym aufzutreten." Die Polizei nennt diese Delikte Rip-Deals (von englisch to rip = entreißen, deal = Geschäft) und rät Käufern bei privaten Auto-Geschäften zu besonderer Vorsicht.

Der Raub vom Montagabend sticht allerdings heraus. "Eine solche Brutalität wie bei diesem Fall ist selten", so Alexander Kresta. Die Polizei sucht Zeugen. Hinweise an das Kriminalkommissariat 14 unter Ruf 284-0.

Bei den so genannten Rip-Deals werden Käufer mit Angeboten zu günstigen Wertgegenständen geködert - Autos, aber auch Antiquitäten, Schmuck oder Immobilien. Der Kontakt läuft meist über Mobilfunknummern, die schwer zurückzuverfolgen sind. Die Opfer werden dann zu einsamen Orten bestellt und ausgeraubt.

Die Polizei rät Interessenten bei Käufen von Privat zur Vorsicht. Käufer sollten sich mit Anbietern möglichst nicht allein und nur an belebten Orten treffen. Man sollte von Anbietern Anschrift und Festnetznummer wissen. Zudem sollte man hohe Beträge besser nicht bar bezahlen.

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