Vor dem Landgericht Wuppertal wird seit Mittwoch zwei Männern der Prozess gemacht, die im Verdacht stehen, einen Autohändler ausgeraubt und schwer verletzt zu haben.

SYB Blaulicht
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dpa

Velbert/Wuppertal. Wegen eines spektakulären Überfalls, der sich am 14. April 2010 in Velbert-Neviges ereignet hat, müssen sich fünf Angeklagte vor dem Landgericht Wuppertal verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, einen Autohändler aus Berlin brutal überfallen und beraubt haben.

Im aktuellen Verfahren sind zwei 27 und 29 Jahre alte türkische Staatsangehörige angeklagt, die bis zu ihrer Verhaftung in Wuppertal und Wülfrath gewohnt haben. Die anderen drei Beteiligten an der Tat müssen sich in gesonderten Verfahren vor Gericht verantworten.

Laut Anklage sollen die Beschuldigten ihr Opfer durch ein fingiertes Angebot in einem Internetportal für Gebrauchtwagenverkäufe nach Neviges gelockt haben. Nachdem einer der Angeklagten den Kaufinteressenten bei dessen Anfahrt mit der Bahn identifiziert hatte, lockten sie den 42-Jährigen per Handy in die Donnenberger Straße in die Nähe des S-Bahnhofs Velbert-Neviges, wo sie in einem Renault-Kastenwagen versteckt warteten.

Als das Opfer den Wagen erreichte, stürzten sich die Männer auf ihn, prügelten auf ihn ein und zerrten ihn in den Transporter. Dort drückten sie den Mann auf den Boden und schlugen weiter mit einem Baseballschläger auf ihn ein. Sie fesselten den Autohändler, stülpten ihm einen Sack über den Kopf und nahmen ihm das für den verabredeten Fahrzeugkauf mitgebrachte Geld, laut Anklage 20 950 Euro, ab.

„Ich dachte, die schlagen mich tot.“

Das Opfer am Mittwoch vor Gericht

Danach warfen sie den Mann nach kurzer Fahrt aus dem Fahrzeug auf den Gehweg. Dort hielt der Schwerverletzte ein vorbeikommendes Auto an, dessen Fahrer die Polizei alarmierte. Aufgrund der Aussage des Opfers konnte die Polizei das in der Region verhältnismäßig selten vorkommende Tatfahrzeug schnell ermitteln und die Angeklagten aufspüren.

Wie schon bei den ersten Vernehmungen räumten die Angeklagten den Tathergang weitgehend ein, beschuldigten sich aber gegenseitig, der Haupttäter zu sein.

Das eigens aus Berlin angereiste Opfer konnte sich trotz einer einfühlsamen Vernehmung durch den Richter an wichtige Details nicht erinnern. „Ich dachte, die schlagen mich tot“, beschrieb er das Geschehen im Inneren des Lieferwagens.

Das Gericht, das nach dem ersten von zunächst zwei angesetzten Prozesstagen bereits zusätzliche Verhandlungstermine angekündigt hat, steht jetzt vor der Aufgabe, durch weitere Zeugenvernehmungen die widersprüchlichen Aussagen entwirren zu müssen. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.