Der Neubau der Brücke Brändströmstraße wird deutlich teurer. Die Bahn soll den Großteil zahlen.

Stadt: Geänderter Bauablauf ist schuld. DB soll Großteil zahlen.
Wenn alles glatt läuft, soll der Neubau der Brücke Brändströmstraße im Oktober/November fertig werden. Archivboi

Wenn alles glatt läuft, soll der Neubau der Brücke Brändströmstraße im Oktober/November fertig werden. Archivboi

Wenn alles glatt läuft, soll der Neubau der Brücke Brändströmstraße im Oktober/November fertig werden. Archivboi

Es hatte sich abgezeichnet, jetzt sind die Zahlen offiziell: Der Neubau der Brücke Brändströmstraße wird deutlich teurer. Nach Angaben der Stadt steigen die Gesamtkosten um 780 000 auf 3 230 000 Euro. Gut 550 000 Euro will die Verwaltung allerdings von der Deutschen Bahn AG zurückfordern – als Ausgleich für die durch fehlenden Vorleistungen entstandenen Mehrkosten gestellt, wie es in einer Vorlage heißt, über die die politischen Gremien in der kommenden Woche diskutieren.

Hintergrund ist, dass die Bahn während der Gleissperrung in den Osterferien 2017 nicht wie angekündigt die Oberleitungen gekappt hatte. Die von der Stadt beauftragte Firma konnte deshalb nicht tätig werden, die Vorarbeiten für den Brückenneubau mussten in die Sommerferien verlegt werden – wo eigentlich schon längst andere Arbeitsschritte erledigt werden sollten. Wie Thorsten Warning, Leiter Konstruktiver Ingenieurbau bereits mehrfach gegenüber der WZ erklärt hat, verursachte das Mehrkosten. Aufträge mussten neu ausgeschrieben werden, Arbeitsabläufe angepasst werden. „Die Firmen stehen ja auch nicht auf Abruf“, so Warning damals. Diese Kosten will sich die Stadt nun offenbar wiederholen.

Mögliche Ausgleichszahlungen oder Entschädigungen seitens der Bahn waren bereits Thema in Gesprächen zwischen der Stadt und dem Konzern. Die DB hatte sich aber zu Einzelheiten bislang nicht geäußert. Auch gestern gab es auf Anfrage noch kein Statement.

Die Steigerung komme nicht überraschend, sagt Heckinghausens Bezirksbürgermeister Christoph Brüssermann. Die Mehrkosten seien ärgerlich, die Schuld liege zum Großteil aber bei der Bahn. „Deshalb ist es richtig, dass die Stadt sich das Geld zurückholen will und Druck macht“, so Brüssermann, der die Verwaltung in Schutz nimmt. „Sie hat keine Planungsfehler gemacht.“

Allerdings wird die Stadt etwa 225 000 Euro auf jeden Fall selbst zahlen müssen, die nicht unter die „bahnbedingten Mehrkosten“ fallen. 112 000 Euro seien laut Vorlage „auf den schlechten Zustand des alten Mittelpfeilers und einem gegenüber der Entwurfsplanung erforderlich gewordenen höheren Bewehrungsgehalt zurück zu führen“. Außerdem musste die Stadt eine größere Baugrube errichten, was ebenfalls noch mal mit etwa 113 000 Euro zu Buche schlug.

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