Vereine, Gemeinden, Privatpersonen und Parteien machen sich gegen die geplante Demo am Samstag stark.

Rechtsradikale Demonstranten (bei einer Veranstaltung in Berlin).
Rechtsradikale Demonstranten (bei einer Veranstaltung in Berlin).

Rechtsradikale Demonstranten (bei einer Veranstaltung in Berlin).

dpa

Rechtsradikale Demonstranten (bei einer Veranstaltung in Berlin).

Wuppertal. Gegen die für Samstag angekündigte Demonstration der Neonazis hat sich in Wuppertal ein breites bürgerliches Bündnis formiert. Etwa 130 Vereine, alle demokratischen Parteien, Wohlfahrtsverbände, Gemeinden, Schüler, Studenten sowie zahlreiche Personen aus Kultur und öffentlichem Leben gehören zu dem „Wuppertaler Bündnis gegen Nazis“.

„Wuppertal ist eine weltoffene und tolerante Stadt“

Die Liste ist zu lang und bunt, um alle Teilnehmer zu erwähnen. „Das Bündnis hat schon weit über Wuppertal hinaus Wirkung gezeigt“, sagt Hans-Jürgen Lemmer, Leiter des Amtes für Integration und Zuwanderung. „Es ist toll, wie viele Leute sich da engagieren.“ Auch die Initiative für Demokratie und Toleranz ist Teil des Bündnisses, sie wurde im Jahr 2000 als Reaktion auf rechtsextreme Übergriffe gegründet. Der Verein macht sich gegen Rechtsextremismus stark. Derzeitiger Vorsitzender ist Oberbürgermeister Peter Jung (CDU).

Die Gewerkschaft Verdi ruft ebenfalls ihre Mitglieder NRW-weit zur Unterstützung auf und hilft bei der Organisation der für Samstag geplanten Großkundgebung.

Für Samstag ist eine große Kundgebung geplant

Erklärtes Ziel des Bündnisses ist es, der „menschenverachtenden Propaganda der Nazis“ etwas entgegenzusetzen. „Wuppertal ist eine weltoffene und tolerante Stadt und wird es auch bleiben“, heißt es auf der Internetseite des Bündnisses.

Auch Oberbürgermeister Jung ruft die Wuppertaler auf, ein friedliches Signal gegen die Neonazis zu setzen. „Wuppertal lehnt die platten, rechtsextremen Parolen der Nazis ab“, sagte Jung gestern und fügte an: „Wir wollen hier keine Leute, die das Klima vergiften. Hier leben 152  Nationen zusammen, Wuppertal ist eine tolerante Stadt.“

Heute Abend soll über Ort und Programm entschieden werden

Seit Wochen bereitet sich die Polizei auf die Neonazi-Demo und die Gegen-Kundgebung des bürgerlichen Bündnisses vor. Wie die WZ erfuhr, sind acht Hundertschaften aus ganz NRW für den kommenden Samstag nach Wuppertal abkommandiert. Damit dürfte in der Elberfelder City ein vierstelliges Polizei-Kontingent auflaufen. Polizei-Sprecher Ralf Dargel: „Wir sind gut vorbereitet und werden die Lage im Griff haben.“ Gegen Gewalttäter werde man „konsequent vorgehen“. Man appelliere an alle Teilnehmer, „friedlich zu demonstrieren“.

Die Polizei hat mit dem Veranstalter der Neonazi-Kundgebung ein so genanntes Kooperationsgespräch geführt. Dabei gab es keine Einigung über die Route. Es sei davon auszugehen, dass der Veranstalter seine Vorstellung über das Verwaltungsgericht einklagen werde. Dort ist bislang noch keine Klage eingegangen. spa

Auch Pastoralreferent Werner Kleine von der katholischen Citykirche findet es wichtig, Stellung zu beziehen: „Wir können nicht schweigend hinnehmen, dass Neonazis durch Wuppertal marschieren.“ Genauso denkt auch Diakonie-Leiter Pfarrer Martin Hamburger: „Rechtes Gedankengut hat hier keinen Platz. Deshalb setzen wir uns allen braunen Tendenzen klar entgegen und beteiligen uns an der solidarischen Aktion am 29. Januar.“

Ab 10.30 Uhr soll am Samstag eine große Kundgebung stattfinden. Der genaue Ort dafür steht noch nicht fest. Bisher ist der Platz vor den CityArkaden angedacht. Der Ort, wie auch die Details für das geplante Bühnen-Programm sollen heute Abend auf einem Bündnistreffen geklärt werden. Das passiert in enger Abstimmung mit der Polizei. Angedacht ist ein Bühnenprogramm mit Musik und eventuell einer Interview-Runde, auch die Wuppertaler Bühnen werden voraussichtlich mit einem Beitrag vertreten sein.

Definitiv steht schon fest, dass Oberbürgermeister Jung wie auch der NRW-Arbeits- und Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) auf der Bühne sprechen werden.