Täter hatte sich beschwert und sollte zehn Minuten auf eine Beratung warten. Der Sachschaden beträgt etwa 100.000 Euro.

Jobcenter
Es hätte auch anders ausgehen können: Beim Brandanschlag auf das Jobcenter an der Uellendahler Straße wurde niemand verletzt. Jobcenter-Chef Thomas Lenz (unten) war am Tag danach noch geschockt.

Es hätte auch anders ausgehen können: Beim Brandanschlag auf das Jobcenter an der Uellendahler Straße wurde niemand verletzt. Jobcenter-Chef Thomas Lenz (unten) war am Tag danach noch geschockt.

Wolfgang Westerholz/Archiv

Es hätte auch anders ausgehen können: Beim Brandanschlag auf das Jobcenter an der Uellendahler Straße wurde niemand verletzt. Jobcenter-Chef Thomas Lenz (unten) war am Tag danach noch geschockt.

Wuppertal. „Man darf gar nicht daran denken, was hätte passieren können.“ Thomas Lenz, Chef der Wuppertaler Jobcenters, ist auch einen Tag nach dem Brandanschlag auf die Jobcenter-Zweigstelle an der Uellendahler Straße 70 geschockt. Ein 50 Jahre alter Kunde des Jobcenters hatte Feuer gelegt und dabei Benzin aus einem Fünf-Liter-Kanister als Brandbeschleuniger benutzt.

Der Mann hatte seine Tat angekündigt, Angestellte und Kunden des Jobcenters konnten noch rechtzeitig das Gebäude verlassen. Verletzt wurde niemand, vier Angestellte mussten sich jedoch in einem Krankenhaus untersuchen lassen, wie Lenz am Freitag mitteilte.

Der Täter verursachte einen Schaden in Höhe von etwa 100.000 Euro, die nun der Steuerzahler zu tragen hat. Laut Lenz müssen 16 Büros komplett saniert werden, wie ihm die Feuerwehr erklärte. Hätte kein brandhemmender Teppich in dem Büro gelegen und hätte ein Kunde des Jobcenters nicht geistesgegenwärtig gelöscht, der Schaden wäre um ein Vielfaches höher. In dem Haus sind auch der Bezirksozialdienst, eine Zweigstelle des Jugendamtes und viele weitere Büros, in denen Menschen arbeiten, untergebracht.

Ein Wachdienst in den Jobcentern ist derzeit nicht geplant

Der Anlass für den Brandanschlag ist nach Recherchen der WZ eine Lappalie gewesen. Der mutmaßliche Täter – er erhält bereits seit vielen Jahren erst Sozialhilfe und nun Hartz IV – war offenbar nicht damit einverstanden, dass sein Hartz-IV-Geld aufgrund eines Zusatzverdienstes gekürzt worden war. Eine Sachbearbeiterin soll den Mann, der sich beschwert hatte, gebeten haben, Platz zu nehmen und zehn Minuten zu warten. Das dauerte ihm offenbar zu lange, weswegen er ankündigte, das Gebäude anstecken zu wollen. Lenz bestätigt diese Version aus Gründen des Datenschutzes nicht.

Der Jobcenter-Chef erklärte auf Nachfrage der WZ, dass nicht geplant sei, nun einen Wachdienst einzusetzen oder die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen. Laut Lenz gebe es schon eine Reihe sehr gut wirkender Schutzvorrichtungen. Ein Wachdienst würde nach Lenz’ Einschätzung lediglich dazu beitragen, dass die Atmosphäre gewalttätiger werde. Zudem, so macht er klar, würden sich täglich hunderte von Kunden vollkommen korrekt verhalten.

Der mutmaßliche Brandstifter, der in der Jobcenter-Zweigstelle Feuer gelegt haben soll, sitzt nun in Untersuchungshaft, wie die Polizei am Tag nach der Tat mitteilte. Gegen den 50-jährigen Wuppertaler ist Haftbefehl erlassen worden.

Der Mann wird sich vor Gericht wegen des Vorwurfs der besonders schweren Brandstiftung verantworten müssen. Ihm droht daher eine Gefängnisstrafe. Bei dem Brandanschlag war niemand verletzt werden. Der Mann hatte den Anschlag angekündigt.

Welche psychischen Schäden sowohl die Angestellten als auch die anwesenden Kunden erlitten hätten, konnte Lenz gestern nicht sagen. Er gestand jedoch ein, dass die Belastung sehr hoch sei.

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