Bevor das Opernhaus am 18. Januar wiedereröffnet wird, musste dort am Freitag der Notfall geprobt werden.

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So schön ist das neue Opernhaus geworden: Blick in den Theatersaal mit der von vielen Wuppertalern finanzierten Bestuhlung.

So schön ist das neue Opernhaus geworden: Blick in den Theatersaal mit der von vielen Wuppertalern finanzierten Bestuhlung.

So schön ist das neue Opernhaus geworden: Blick in den Theatersaal mit der von vielen Wuppertalern finanzierten Bestuhlung.

Wuppertal. Na, auch hier? Ja, aber manch einer der Gäste im fast gefüllten Opernhaus weiß gar nicht so richtig, was passiert. Sie gehörten zu den WZ-Gewinnern von Karten für die "Generalprobe" und seien jetzt ganz gespannt, was kommt, sagen Christine Biewald und Martin Dühr. Ein Gala-Abend werde es ja wohl nicht, da sei sie doch froh, sich nicht in Schale geschmissen zu haben, kommentiert Biewald.

Feierlich wird ihr Besuch im Opernhaus dennoch: "Ich gehe zurück in meine Heimatstadt Berlin. Für mich ist es ein schönes Highlight, vorher noch einmal hier im renovierten Haus sein zu dürfen." Na dann, einen angenehmen Brand. Denn was das Haus an diesem Abend bietet, ist kein Bühnenstück, sondern der geprobte Ernstfall. "Sie sind unsere Versuchskaninchen", erklärt Geschäftsführer Enno Schaarwächter. Die Evakuierungsübung mit geladenen Gästen, darunter 200 WZ-Leser, sei Bestandteil des Baugenehmigungsverfahrens. Werde die Probe bestanden, stehe der Eröffnung am 18. Januar nichts mehr im Wege.

Auf die erklärende Ansprache folgt die gewohnte Theaterpause, allerdings mit gänzlich anderen Pausengesprächen. Am Rande des Geschehens steht Generalintendant Gerd-Leo Kuck, der zugibt, "völlig entnervt" zu sein. "Eine permanente Baustelle, und ganz nebenbei sollen wir Kunst machen."

Hans-Uwe Flunkert vom Gebäudemanagement kann der Sache auch positive Seiten abgewinnen: "Wann hat man als Mensch vom Bau schon mal Gelegenheit, ein Opernhaus zu sanieren?" Besonders schön sei die Arbeit mit dem Vorhandenen. Das Ergebnis ist nun in bestem Glanz zu betrachten: Dem Haus blieb der Charme der 1950er Jahre rundum erhalten.

Nach der Pause geht es zurück in den Saal, dann folgt aus heiterem Himmel der Brandalarm. Nach 20 Sekunden steht der erste Besucher schon vor der Tür, vier Minuten später ist das Haus komplett leer. Vollauf zufrieden damit ist Siegfried Brütsch, Leiter der Feuerwehr. Das Opernhaus habe seine letzte Probe bestanden. Peter Finke, Organisator der beliebten "Tour Infernale", merkt allerdings an: "Eine zusätzliche Ansage auf Englisch wäre schon sinnvoll."

Das Wuppertaler Opernhaus wurde 1905 eröffnet, 1943 bei einem Luftangriff zerstört und 1956 wiedereröffnet. Nach der jetzt abgeschlossenen Sanierung mit einem Gesamtvolumen von 23 Millionen Euro erstrahlt das Opernhaus wieder im Charme der 50er Jahre. Möglich wurde die Sanierung durch eine Spende der Jackstädt-Stiftung und das Engagement der Wuppertaler, die als "Stuhlpaten" fast 600 000 Euro aufgebracht haben.

Offiziell eröffnet wird die Oper am Sonntag, 18. Januar, um 11 Uhr mit einem Festakt, zu dem auch Ministerpräsident Jürgen Rüttgers kommen wird. Um 18 Uhr feiert als erstes Stück im neuen Haus die Familienoper "Fanferlieschen Schönefüßchen" von Kurt Schwertsik Premiere. Im Opernhaus finden während der Sanierung des Schaupspielhauses alle großen Vorstellungen des Tanztheaters Pina Bausch und des Schauspiels statt.

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