Donnerstagabend hat ein Kunde des Jobcenters im Haus an der Uellendahler Straße Feuer gelegt. Verletzt wurde niemand.

Uellendahl. „Alle Mann raus – ich zünde die Bude hier jetzt an.“ Mit dieser Ankündigung hat Donnerstag gegen 16.50 Uhr ein Mann die Zweigstelle des Jobcenters an der Uellendahler Straße 70 betreten – und Feuer gelegt. Was völlig unglaublich klingt, kann auch Javier Gomez immer noch nicht fassen.


Benzin im Wartebereich ausgeschüttet und angezündet


Der Wuppertaler argentinischer Herkunft hatte sich gemeinsam mit einigen anderen Jobcenter-Kunden im Wartebereich im obersten Stockwerk des Gebäudes aufgehalten, als der Mann mit dem blauen 5-Liter-Benzinkanister den Raum betrat und nach der Aufforderung an alle, das Gebäude zu verlassen, Feuer legte. Vollkommen ruhig sei der Täter gewesen, berichtet der 26-jährige Zeuge Rashid. „Ein ganz unauffälliger, solider Typ, Anfang 50.“ Niemand habe damit gerechnet, dass er seine Drohung wahrmachen würde, sagt Rashid.

„Alle Mann raus - ich zünde die Bude hier jetzt an.“
Ankündigung des Täters

„Einige haben noch gelacht und gesagt, okay, fang’ gleich hier an mit dem Feuer.“ Dann sei alles ganz schnell gegangen. Der Mann habe den Benzinkanister auf dem Teppichboden ausgeschüttet: „Wir haben den Rauch gesehen, die Flammen, und dann hieß es nur noch raus, raus“, sagt Rashid. Er habe sich den Feuerlöscher gegriffen und versucht, „so gut es geht zu löschen“. Offenbar erfolgreich, wie die Feuerwehr später bestätigt. Zudem habe der Sicherheitsteppich ein Ausbreiten des Feuers verhindert.
Noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte konnten die neun Personen im Haus, Mitarbeiter und Kunden des Jobcenters, das Gebäude unversehrt verlassen. Mit ihnen auch der Täter, berichtet Rashid. „Der ist raus – völlig normal, als wenn er das jeden Tag machen würde – und verschwunden.“


Fassungslosigkeit über die Tat mit Ansage

Wie die Feuerwehr berichtet, war das Haus stark verraucht. Und obwohl niemand verletzt wurde, ist das Entsetzen groß. „Der Mann hatte sich beschwert, zu wenig Geld überwiesen bekommen zu haben“, sagt Thomas Lenz, Geschäftsführer des Jobcenters. „Bereits im Büro hatte er angekündigt, dass er hier gleich Feuer legen würde“, ergänzt  Mitarbeiterin Miral  Baki.  Doch die Tatsache, dass der Mann, der den Mitarbeitern kein Unbekannter ist, seine Drohung umsetzte, macht Thomas Lenz und sein Team fassungslos: „Was ist das für eine Art der Auseinandersetzung, Menschenleben zu bedrohen – wo soll das hinführen?“ Der Täter (50) wurde Donnerstagabend gegen 21 Uhr an der Vogelsangstraße festgenommen.

Bei Eintreffen der Feuerwehr waren die Räume im Flügel des 4. Obergeschosses stark verraucht, so dass die Einsatzkräfte mit Atemschutzgeräten arbeiten mussten. Wie die Feuerwehr weiter berichtet, wurde die Etage mit einem Belüftungsgerät vom Rauch befreit. Vier der neun Personen im Haus wurden zum Ausschluss einer Rauchgasvergiftung vorsorglich in Wuppertaler Krankenhäuser gebracht

Durch die Löscharbeiten kam es zu Behinderungen auf der Uellendahler Straße und Staus bis zur Gathe.

Ab dem 1. Januar 2012 wird das kommunale Jobcenter die Aufgaben der Grundsicherung für Arbeitsuchende in Alleinregie übernehmen. Damit wechseln 300 Mitarbeiter der Arbeitsagentur zum neuen Jobcenter. 470 Mitarbeiter in sieben Geschäftsstellen betreuen etwa 48 000 Wuppertaler