City-Arkaden werden nach Drohung geräumt und abgesperrt. Mitarbeiter und Kunden warten geduldig.

City-Arkaden werden nach Drohung geräumt und abgesperrt. Mitarbeiter und Kunden warten geduldig.
Die Polizeibeamten, die den Sperrbereich bewachen, tragen Splitterschutzwesten.

Die Polizeibeamten, die den Sperrbereich bewachen, tragen Splitterschutzwesten.

An der Morianstraße warteten zahlreiche Mitarbeiter aus den Geschäften der Arkaden auf das Ende der Evakuierung.

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Die Polizeibeamten, die den Sperrbereich bewachen, tragen Splitterschutzwesten.

Wuppertal. Die Morianstraße unterhalb der City-Arkaden ist so leer, wie sonst nur in der Nacht: Kein Auto fährt, dafür stehen dort Polizeiwagen und Polizisten, die besonders martialisch wirken: Sie tragen Splitterschutzwesten. Und achten darauf, dass keiner hinter die Absperrung kommt. Die City-Arkaden werden gerade nach einer Bombe durchsucht.

„Langsam tun mir die Füße weh“, seufzt Anja Maus (46), heiß ist ihr in der Sonne auch. Die Mitarbeiterin eines Modegeschäfts war gerade in der Mittagspause und lief auf dem Rückweg der Polizei in die Arme. Seitdem harrt sie am Flatterband aus: „Wir sollten hier bleiben, falls sie den Schlüssel brauchen“, erklärt sie. Zu diesem Zeitpunkt sind Beamte mit Spürhunden in den Arkaden unterwegs, suchen nach Sprengstoff, müssen dafür jedes Ladenlokal betreten - und gegebenenfalls um die Schlüssel bitten. Anja Maus ist schon ein bisschen mulmig zumute: „Man steht ja direkt daneben, wenn da jetzt was hochgeht? Man weiß es ja nicht.“

„Ich hoffe, dass man den Anrufer erwischt“

Um 13.20 Uhr ging der anonyme Anruf eines Mannes bei den City-Arkaden ein. Center-Management und Polizei entschieden, das Einkaufszentrum mit seinen rund 85 Geschäften zu räumen. „Es gab Alarm, dann hat uns der Mitarbeiter über den Hintereingang rausgeführt“, berichtet Ursula Canis. Sie hatte sich gerade in einem Handygeschäft ihr neues Mobiltelefon einrichten lassen.

Erst auf der Straße habe sich herumgesprochen, was hinter den Alarm steckte. Sie warten, denn ihr Auto steht noch im Parkhaus der Arkaden. Sie haben einen Kaffee getrunken, einen kleinen Einkauf erledigt, und hoffen nun, bald nach Hause fahren zu können.

Auch Melda (17) und Denise (16) sind ungeduldig. Sie haben sich an den Arkaden getroffen, würden gern noch ein wenig dort bummeln. „Ich denke, das ist ein Fehlalarm“, sagt Melda. In Wuppertal sei das Risiko nicht so hoch. „Das jagt mir schon einen Schrecken ein“, sagt dagegen die Mitarbeiterin eines Modegeschäfts. „Warum spielt man so mit der Angst der Menschen? Ich hoffe, dass man den Anrufer erwischt.“

Dass Kunden und Mitarbeiter nun Angst haben, darüber macht sich auch Ismail Camur Gedanken. Der Inhaber des Vegan-Imbisses Cigköftem ist von seiner Filiale in Velbert nach Wuppertal gekommen, als er vom Bombenalarm erfuhr. Er wollte nach seinen Mitarbeitern sehen. „Die haben das gut verkraftet.“

Die Cafés sind gefüllt. Einen Ansturm habe er aber nicht erlebt, wiegelt Schido Donato, Inhaber des Eiscafés Gelato e caffe, ab: „Wir haben nur ein paar Kugeln mehr verkauft.“ Chaotisch sei es direkt nach dem Alarm gewesen. Und die Schaulustigen nerven ihn.

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot angerückt, überall stehen Polizeiwagen sowie Frauen und Männer in den schweren Westen. Als ein Mann, wohl nicht ganz nüchtern, hinters Flatterband kommt, wird er sehr energisch zurückgedrängt: „Hinter die Absperrung, jetzt!“

Gesperrt sind alle Straßen rund um die City-Arkaden. Der Verkehr staut sich auf den Zufahrtsstraßen. Die Busse nehmen den Umweg über den Hofkamp. Um 17.30 Uhr gibt es Entwarnung: Die Polizei hat weder Sprengstoff noch andere verdächtige Gegenstände gefunden. Die City-Arkaden sind wieder geöffnet. Nun sucht die Polizei nach dem Anrufer.

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