Filmproduzent Norbert Preuss hat die Pläne für einen Mafia-Film mit Wuppertal-Bezug noch nicht aufgegeben.

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Die Befreiung eines Mafia-Mitglieds im früheren Wuppertaler Knast Bendahl im April 1980 – das Archivfoto zeigt das aufgesprengte Gefängnistor – darf getrost als filmreif bezeichnet werden.

Die Befreiung eines Mafia-Mitglieds im früheren Wuppertaler Knast Bendahl im April 1980 – das Archivfoto zeigt das aufgesprengte Gefängnistor – darf getrost als filmreif bezeichnet werden.

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Die Befreiung eines Mafia-Mitglieds im früheren Wuppertaler Knast Bendahl im April 1980 – das Archivfoto zeigt das aufgesprengte Gefängnistor – darf getrost als filmreif bezeichnet werden.

Wuppertal. Ende Januar war er mal wieder zu Besuch: Moritz Bleibtreu. Der Schauspieler machte mit seinem Wuppertaler Kollegen Axel Stein im Cinemaxx an der Kluse Werbung für den Streifen „Nicht mein Tag“. Moritz Bleibtreu und Wuppertal – war da nicht was? Klar. Eigentlich sollte der Mime längst als Mafia-Killer in einem Film des Münchener Produzenten Norbert Preuss die Hauptrolle spielen – Arbeitstitel: „Das Engelsgesicht.“ Bei seiner Visite in Wuppertal bekundete Moritz Bleibtreu gegenüber der WZ: „Da würde ich sofort mitmachen.“

„Das ist eine Superstory.“

Moritz Bleibtreu über die Pläne, die Geschichte eines Mafia-Killers mit Wuppertal-Bezug zu verfilmen.

Zuletzt habe er aber ich nichts mehr von dem Projekt gehört. In München nickt Produzent Preuss dazu: „Moritz ist ganz klar mein Lieblingskandidat. Er ist das Engelsgesicht.“ Die Pläne den Film in Deutschland zu produzieren, seien allerdings gescheitert. Alles laufe derzeit auf eine internationale Produktion hinaus. Und da müsse man schauen, ob man den deutschen Schauspieler Moritz Bleibtreu durchsetzt.

Aus Wuppertaler Sicht ist die Geschichte des Giorgio Basile definitiv filmreif. Die Bombe vom Bendahl ist in die bundesdeutsche Kriminalgeschichte eingegangen: Am 13. April 1980 wurde ein „Erzengel“ genannter Mafia-Boss durch Sprengung eines Tores des damaligen Gefängnisses Bendahl – dort befindet sich heute der Media-Markt – befreit. Der damalige Sprengmeister, Mr. Dynamit genannt, sitzt immer noch im Gefängnis.

Beim Fahrer des Fluchtwagens, handelte es sich um besagtes „Engelsgesicht“ Giorgio Basile. Dass sich der in Mühlheim an der Ruhr aufgewachsene Italiener in Wuppertal als Fluchthelfer betätigte, ist vergleichsweise harmlos. Die Fahrt mit einem Alfa Romeo durch Wuppertal war quasi seine Fahrkarte in höhere Mafia-Kreise. Auf Basiles Konto sollen anschließend zahlreiche Auftragsmorde gehen. Weil er auspackte, wurde er nie verurteilt, lebte zuletzt im Zeugenschutzprogramm. Kein Wunder, dass Moritz Bleibtreu immer noch heiß auf die Verfilmung ist: „ Das ist eine Superstory.“

Vor zwei Jahrzehnten hat der Münchener Produzent Norbert Preuss schon einmal in Wuppertal – unter anderem am Heizkraftwerk Elberfeld – gedreht: „Manta Manta“. Der Streifen gilt als Karrierestart des Schauspielers Til Schweiger.
 

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