Der Steuerzahlerbund hat mit seiner Forderung, den kalkulatorischen Zins der Realität anzupassen, vollkommen Recht. Der Zins, sofern er überhaupt seine Berechtigung hat, ist dafür da, um virtuelle Einnahmeverluste auszugleichen. Ein zu hoher Zins kompensiert nicht nur diese Verluste, sondern dient der Ertragsmaximierung. Und das ist nicht korrekt.

Die Weigerung von Kämmerer Johannes Slawig, den Zins zu senken, ist indes nicht überraschend, weil Wuppertal ohnehin finanziell mit dem Rücken an der Wand steht. Das darf aber nicht die Argumentation dafür sein, den Bürgern und Unternehmen überhöhte Gebühren abzunehmen. Es bleibt der bittere Geschmack, dass die Stadt den kalkulatorischen Zins nutzt, um höhere Gebühren verlangen zu können. Bis ein Bürger den Klageweg beschreitet. Dann haben wieder mal die Richter das letzte Wort.

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