Viele sehen die mögliche Verkehrsanbindung als Problem. Besonders die Bewohner des Bereichs Höhe üben Kritik an den Plänen.

Viele sehen die mögliche Verkehrsanbindung als Problem. Besonders die Bewohner des Bereichs Höhe üben Kritik an den Plänen.
Ralf Gluch (2.v.l. mit Henning (5), Marlene (8) und Gerd Merhof auf dem Gelände, wo die Arena hin soll.

Ralf Gluch (2.v.l. mit Henning (5), Marlene (8) und Gerd Merhof auf dem Gelände, wo die Arena hin soll.

Stefan Fries

Ralf Gluch (2.v.l. mit Henning (5), Marlene (8) und Gerd Merhof auf dem Gelände, wo die Arena hin soll.

Vohwinkel. Länger als ursprünglich angenommen wird die Umsetzung der geplanten Multifunktions-Arena des Handball-Bundesligisten Bergischer HC dauern. Da die Schaffung des notwendigen Planungsrechts am favorisierten Standort Piepersberg-West mit einigen Hürden verbunden ist, stehen die notwendigen Fördergelder wohl frühestens in zwei Jahren zur Verfügung. Der BHC geht daher von einer Fertigstellung zur Saison 2019/20 aus. Bis dahin sind noch viele offene Fragen zu klären. Dazu gehört aus Vohwinkeler Sicht besonders die Verkehrsanbindung.

„Es darf nicht sein, dass wir als direkte Anwohner die Leidtragenden sind, während den Nutzen andere haben.“

Ralf Gluch

Immerhin soll die Erschließung des Großprojekts mit einem Investitionsvolumen von rund 15 Millionen Euro von Wuppertaler Seite aus erfolgen. Dafür ist eine Bebauungsplanänderung notwendig. Im entsprechenden Entwurf wird die Anbindung des Verkehrs über Solingen ausgeschlossen, da ansonsten das Pißbachtal als Landschaftsschutzgebiet und regionaler Grünzug gequert werden müsste.

Das sorgt besonders bei den Anwohnern im Bereich Höhe für Ärger. Sie befürchten eine Zunahme des Verkehrs und Lärm durch Veranstaltungen mit mehreren tausend Besuchern. Die Bürger trugen ihre Bedenken in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung vor - und sparten dabei nicht mit Kritik an der Politik. „Ich kann die bisherige Sprachlosigkeit unserer gewählten Vertreter zum Thema nicht nachvollziehen“, sagt Nachbar Ralf Gluch. Er fordert die Wuppertaler Politik zum Handeln auf. „Es darf nicht sein, dass wir als direkte Anwohner die Leidtragenden sind, während den Nutzen andere haben“, betont Gluch. Seiner Meinung nach lassen sich die Lärmvorgaben für ein reines Wohngebiet wie an der Höhe nicht mit großen Sport- und Konzertveranstaltungen vereinbaren.

Die Bezirksvertreter nehmen die Sorgen der Bürger ernst. „Es muss eine verträgliche Lösung gerade beim Verkehr geben“, stellt Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD) klar. Eine einseitige Belastung Vohwinkels werde die BV nicht hinnehmen. Fragemann wehrt sich aber ausdrücklich gegen den Vorwurf, beim geplanten Bau der BHC-Arena nicht klar genug Stellung zu beziehen. „Wir haben uns mit dem Thema politisch noch überhaupt nicht beschäftigt“, betont Fragemann. Tatsächlich wurden die Beschlüsse zur Bebauungsplanänderung von Stadtentwicklungsausschuss und Bezirksvertretung bisher vertagt. Hintergrund ist der Klärungsbedarf in Wuppertal und Solingen bezüglich der Voraussetzungen für den Bau.

Auch die für die Arena zuständige Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW) weist darauf hin, dass das Verfahren noch ganz am Anfang stehe. „Es wurden in beiden Städten noch keine politischen Beschlüsse gefasst“, erklärt Geschäftsführer Bodo Middeldorf. Wichtige Fragen wie die verkehrliche Erschließung seien erst zu klären. Gleichwohl habe man sich im Sinne eines transparenten Verfahrens frühzeitig dazu entschlossen, den favorisierten Standort Piepersberg-West frühzeitig zu benennen. Middeldorf will nun das Gespräch mit den Anwohnern suchen. Demnächst soll es einen Termin geben. „Wir nehmen dieses Gesprächsangebot gern an“, sagt Gluch.

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