Jugendliche vom Berufskolleg am Haspel haben die Rapper Herr Müller und Meelmann begleitet und ihr Lied „Im Element“ bebildert.

Jugendliche vom Berufskolleg am Haspel haben die Rapper Herr Müller und Meelmann begleitet und ihr Lied „Im Element“ bebildert.
Fabian Müller (v.l.), Lehrer Thomas Seibel, Meelmann, Abayomi Dixon und Joel Johannsen arbeiteten für das Musikvideo zu „Im Element“ zusammen.

Fabian Müller (v.l.), Lehrer Thomas Seibel, Meelmann, Abayomi Dixon und Joel Johannsen arbeiteten für das Musikvideo zu „Im Element“ zusammen.

Gerhard Bartsch

Fabian Müller (v.l.), Lehrer Thomas Seibel, Meelmann, Abayomi Dixon und Joel Johannsen arbeiteten für das Musikvideo zu „Im Element“ zusammen.

„Im Element“ heißt das erste gemeinsame Musikvideo der Wuppertaler Rapper Herr Müller und Meelman. Passend zum gleichnamigen Song funktioniert das Video wie eine Rundfahrt durchs Tal. Die Tour beginnt und endet im Engelsgarten. Man sieht das Duo an der Schwebebahn, auf der Nordbahntrasse und in der Elberfelder City. Hinter den stimmungsvollen Bildern stecken weder ein Regie-Profi noch eine Produktionsfirma. Gedreht wurde das Video von vier Schülern des Berufskollegs am Haspel: Abayomi Dixon, Jacqueline Heer, Joel Johannsen und Dustin Ludwig.

Wuppertaler

Schulzeit

Das Quartett ist Teil eines Videoprojekts, das am Berufskolleg zum zweiten Mal mit der Oberstufe der gestaltungstechnischen Assistenten realisiert wurde. Die zweite Ausgabe startete im vergangenen Jahr, als Thomas Seibel, Fachlehrer für Film, einen Aufruf im Internet veröffentlichte. Darin lud er Bands und Solokünstler aus Wuppertal und Umgebung ein, zusammen mit den Oberstufenschülern ein Video zu erstellen. Wer teilnehmen wollte, musste lediglich eine qualitativ hochwertige Audiodatei des Musikstücks liefern. Sonstige Kosten: keine.

Der Aufruf lockte 40 Bands und Einzelinterpreten, auch von weiter weg. Aus dieser Gruppe wählte Seibel, selbst Musiker, alle aus, die eigene Stücke lieferten, damit es keine Probleme mit Musikverwertungsgesellschaften gab. „Diejenigen, die zu weit weg probten, kamen aus organisatorischen Gründen nicht in Frage“, erklärt der Lehrer. Übrig blieben 15 Kandidaten. Danach entschieden die sechs Schülerteams, mit wem sie drehen wollten.

Dass die Wahl von Abayomi & Co. auf Herr Müller und Meelman fiel, hatte nichts mit musikalischen Vorlieben zu tun. Deutschen Rap hört eigentlich nur Joel. „Die beiden sahen uns am sympathischsten aus“, sagt der 19-Jährige. Die Musiker sahen das ähnlich und hielten sich darum mit Wünschen an das Video zurück. „Wir hatten das Vertrauen, dass sie was Gutes draus machen“, erinnert sich Müller.

Für die Dreharbeiten stellte das Berufskolleg zwei Kameras zur Verfügung. Gedreht wurde an den Wochenenden im November und Dezember. „Da sind einem schon mal die Hände abgefroren“, sagt Joel mit einem Lächeln. Bei einer Länge von drei Minuten sollte das Video so abwechslungsreich wie möglich sein. Also drehten die Kameramänner Dustin und Joel draußen und drinnen, in Farbe und Schwarz-Weiß. Sie nahmen die Rapper beim Songschreiben, bei Aufnahmen im Heimstudio und in der freien Natur auf. Damit das im Song angesprochene Thema Familie im Video vorkam, sprang sogar Abayomis Oma ein. Zusammen mit Meelman spielte sie eine Szene am Küchentisch. „Wir haben die beiden einfach machen lassen, Kaffee trinken und sich unterhalten“, berichtet Abayomi (20).

Im Januar standen die Schüler vor einem Berg Film-Material. Das musste angeschaut, ausgewählt, geschnitten und montiert werden. Nach arbeitsreichen Wochen bekamen die Musiker die Videos zu sehen. „Ich find das Ergebnis beeindruckend“, sagt Meelman. „Es war für uns eine absolute Win-Win-Situation.“ Die Bilder hätten eine warme Atmosphäre geschaffen. Bei diesem „sehr persönlichen Track“ habe das Filmteam Fingerspitzengefühl bewiesen, meint Herr Müller. „Wir würden jederzeit noch mal ein Video mit den Jungs machen.“

Auch die Jungfilmer sind mit dem fertigen Produkt zufrieden. „Als Erfahrung hat uns das sehr viel gebracht“, sagt Joel. Am Ende habe es ihn auch nicht mehr gestört, „dass die Nachbearbeitung so lange gedauert hat.“

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