Bergische Unternehmen finanzieren das Lehrgebiet „Neue Fertigungstechnologien“.

Solingen
Sebastian Weber in seinen neuen Räumen. Die ersten Seminare gibt er erst im Oktober.

Sebastian Weber in seinen neuen Räumen. Die ersten Seminare gibt er erst im Oktober.

Christian Beier

Sebastian Weber in seinen neuen Räumen. Die ersten Seminare gibt er erst im Oktober.

Wuppertal. So ganz angekommen ist Professor Dr.-Ing. Sebastian Weber noch nicht. Wie auch? Erst vorgestern hat er sein Büro in den bisherigen Räumen des Bergischen Instituts im Alten Bahnhof bezogen. Als erster Mitarbeiter mit Dienstsitz Solingen in 42 Jahren Bergische Universität.

Schränke und Regale sind leer, die beiden Umzugskartons noch voll. Darin befinden sich die wichtigsten Unterlagen für das Maschinenbau-Lehrgebiet „Neue Fertigungstechnologien und neue Werkstoffe“, das bergische Unternehmen mit 1,5 Millionen Euro finanziert haben. Telefon, Internet und Schlüssel müssen als erstes her. Immerhin stand gestern schon die Kaffeemaschine auf dem Sideboard.

„Alles andere wird sich ergeben“, sagt der 37-Jährige gelassen. „Am Freitag gibt es ein Treffen mit der Stadt Solingen und dem Baudezernat der Uni. Da geht es um fundamentale Dinge wie Telefon, Internet und ein neues Schließsystem.“ Wichtiger als Visitenkarten oder ein Schild am Eingang ist Weber ohnehin die Verwirklichung seiner wissenschaftlichen Vorstellungen in Solingen.

Die sind bereits sehr konkret. Für die Stifter besonders interessant: das Labor für Werkstoffforschung. „Wenn eine Klinge oder ein Werkzeug eine neue Anforderung erfüllen soll, analysieren wir das bisher eingesetzte Material und machen Vorschläge, wie es aufgewertet werden kann“, nennt Weber ein Beispiel.

Das Labor bekommt ein Mikroskop für 100.000 Euro

Teuerster Ausrüstungsgegenstand wird ein Elektronen-Raster-Mikroskop. „Das gibt es ab 100.000 Euro“, weiß der Essener, der bei der Stellenvergabe unter 30 Bewerbern der absolute Wunschkandidat der Berufungskommission war. Verstärkung bekommt Weber – er ist derzeit der achtjüngste Professor der Bergischen Uni – „möglichst bald“ von einer Sekretärin und ab 1. Juni von einem Maschinenbau-Doktoranden von der Ruhr-Uni Bochum.

Die ersten Studierenden aus Wuppertal erwartet Weber ab Oktober tageweise zu Seminaren in Solingen. Für Uni-Rektor Lambert T. Koch ist das neue Institut ein Grund zur Freude: „Ich freue mich sehr, dass die bergische Unternehmerschaft, die IHK und die Bergische Universität bei der Einrichtung der Professur einmal mehr erfolgreich an einem Strang gezogen haben. Für Solingen bedeutet das Ergebnis einen wichtigen Entwicklungserfolg mit Strahlkraft für die eigene Wirtschaft“.

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