Wuppertaler Trinkwasser kommt aus Düsseldorf.

Wuppertaler Trinkwasser kommt aus Düsseldorf.
So sieht das Wasserwerk Benrath heute aus.

So sieht das Wasserwerk Benrath heute aus.

S. Tesche-Hasenbach / WSW

So sieht das Wasserwerk Benrath heute aus.

Wasser vom Rhein trinken die Menschen im Wuppertal schon lange: Seit 1879 wurde Trinkwasser am Benrather Ufer gewonnen und nach Wuppertal geleitet. Aber Anfang der 60er Jahre kam das nicht mehr gut an: Das Wasser stank und schmeckte schlecht. Daher bauten die Stadtwerke eine neue Aufbereitungsanlage. Sie wird heute 50 Jahre alt.

Das erste Wasserwerk am Benrather Rheinufer hatte die Stadt Elberfeld 1879 eingeweiht. Der Standort war gut gewählt, denn am Rhein lag der Grundwasserspiegel hoch und man machte sich die natürliche Uferfiltration des kieshaltigen Untergrunds zunutze.

Mitte des 20. Jahrhunderts zeigte sich jedoch, dass der Standort auch Nachteile hatte. Die zunehmende Verschmutzung des Flusses wirkte sich auch aufs Grundwasser aus: Die Qualität des nach Wuppertal gelieferten Trinkwassers nahm ab. Bei den Stadtwerken musste man sich Gedanken über Gegenmaßnahmen machen.

1963 traf der WSW-Aufsichtsrat die Entscheidung, eine ganz neue Aufbereitungsanlage in Benrath zu errichten. Eine Ozon-Kontaktfiltration und Aktivkohlebehandlung sollten die Trinkwasserqualität deutlich verbessern. Am 18. Dezember 1967 weihte der damalige Wuppertaler Oberbürgermeister Hermann Herberts das Werk offiziell ein.

Bis heute durchläuft das Wasser dort drei Stufen. Bei der Verdüsung werden erste Geruchs- und Geschmacksstoffe entfernt und das Wasser wird mit Sauerstoff angereichert. Die anschließende Ozon-Kontaktfiltration dient unter anderem dem Entfernen von Eisen- und Manganverbindungen und anderen Stoffen. Zum Schluss werden weitere Substanzen wie etwa Ammoniak mit Aktiv-Kohle absorbiert.

Noch in den 1960er Jahren musste die Anzahl der Filter von sieben auf 16 erhöht werden, weil eine längere Verweildauer des Wassers in der Filtration erforderlich war. Anders war die gewünschte Trinkwasserqualität nicht zu gewährleisten. Bis der Rhein wieder zu einem sauberen Fluss wurde, dauerte es noch ein paar Jahre. Wichtig war, dass die WSW dank der neuen Anlage den Wuppertalern wieder nicht nur gesundheitlich unbedenkliches, sondern auch appetitliches Wasser liefern konnten.

Dafür sind damals 17,5 Millionen DM investiert worden. In den 1990er Jahren erhielt das Wasserwerk eine Entkalkungs-Anlage zur Teilenthärtung von rund 3000 Kubikmetern Wasser pro Stunde. Dadurch wird die Wasserhärte vom Härtebereich 3 (hart) auf den Härtebereich 2 (mittel) reduziert. Die Härte des Benrather Trinkwassers wird so der des weicheren Wassers aus der Herbringhauser und der Dabringhauser Talsperre angeglichen. Das ist wichtig, weil sich beide Wassersorten im Wuppertaler Trinkwassernetz vermischen. Nur Haushalte in Vohwinkel und einigen Teilen von Elberfeld erhalten reines „Benrather“.

Nach wie vor ist das Wasserwerk Benrath für die Trinkwasserversorgung Wuppertals unentbehrlich. 2016 wurden 3,68 Millionen Kubikmeter Trinkwasser nach Wuppertal geliefert. Die Standortvorteile sind immer noch die natürliche Uferfiltration des Rohwassers und die Unabhängigkeit von der Witterung– anders als bei der Rohwassergewinnung aus Talsperren. Die WSW werden weiter in das Werk investieren. Bis 2021 setzen sie in Benrath umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen um.

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