Bilanz: Im Ausschuss gab es Dienstag großes Lob für die ESW-Mitarbeiter. Pauschal könne man nicht von Problemen sprechen, hieß es.

Wuppertal. Nach wie vor ist offen, inwieweit der Winterdienst der Stadt Wuppertal Konsequenzen aus den Erfahrungen der vergangenen Wochen zieht. "Hier pauschal von Problemen zu sprechen, trifft nicht den Sachverhalt", heißt es in einer Stellungnahme des Eigenbetriebs für Straßenreinigung Wuppertal (ESW). Die Antwort auf die Anfrage der FDP-Fraktion wurde gestern im Ausschuss für Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit - ihm ist auch der ESW-Betriebsausschuss angeschlossen - ohne größere Diskussion zur Kenntnis genommen.

Dessen Vorsitzender Manfred Todtenhausen (FDP) sprach von einem "Ausnahmewinter", mit dem man nicht habe rechnen können und bedankte sich bei allen Einsatzkräften für "tolle Arbeit".

Aber auch er selbst habe beobachtet, "dass Nebenstrecken einige Wochen nicht geräumt wurden" - was seitens des ESW damit begründet wurde, dass man je nach Wetterlage auf den Hauptstrecken alle Hände voll zu tun hatte. Wie schon in der schriftlichen Stellungnahme ging es Dienstag außerdem um den Lieferengpass beim Streusalz, der das ganze Land betroffen hat - und schließlich auch die bevorzugt belieferten Autobahnmeistereien.

Dem ESW sei es dennoch gelungen, "die Straßen der 1. Priorität in der gesamten zurückliegenden Zeit gut befahrbar" zu halten. "Insgesamt" sei der Winterdienst "gut aufgestellt" und stelle sich "flexibel auf geänderte Bedingungen ein."

Nach dem Winter werde man allerdings Gespräche mit Lieferanten führen, um zu erörtern, wie die Salzversorgung der Kommunen in Zukunft sichergestellt wird. Wie berichtet, musste der ESW zwischenzeitlich auf das Salz eines anderen großen Lieferanten zurückgreifen.

Wenn, dann müsse man überlegen, den Winterdienst logistisch anders aufzustellen, erklärte Michael Drecker vom ESW im Ausschuss - etwa durch zusätzliches Personal. Rücklagen für noch mehr Streusalz bezeichnete Drecker als "rein spekulativ".

Deutlich wurde am Dienstag auch, dass die Stadt derzeit nicht davon ausgeht, dass Bürger mit Blick auf kaum oder nicht geleistete Winterdiensteinsätze Gebühren erstattet bekommen wollen.

Stattdessen wurde im Ausschuss betont, dass Anlieger auch an den Bushaltestellen an ihrer Straße Schnee räumen müssen. Das sei offenbar nicht allen Wuppertalern bekannt. Mit Blick auf die Außenbezirke heißt es in der ESW-Stellungnahme: "Die Straßen- und Fahrbahnverhältnisse in den höher gelegenen Außenbezirken waren sicher nicht immer komfortabel, aber wie der ESW bei seinen täglichen Kontrollfahrten im gesamten Stadtgebiet immer wieder feststellen konnte, waren auch die dortigen Nebenstraßen befahrbar."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer