Kurt Mutzberg (72) fiel in Sonnborn aus dem Zug auf den Bahnsteig. Dabei zog sich er sich Prellungen zu. An den Zugtüren sei generell Vorsicht geboten, betonen die WSW: Es gibt immer wieder Zwischenfälle.

Nach den Schrecksekunden an der Schwebebahn: Kurt Mutzberg zeigt nach seinem Sturz im Schwebebahnhof Sonnborn seinen zerbrochenen Schirm.
Nach den Schrecksekunden an der Schwebebahn: Kurt Mutzberg zeigt nach seinem Sturz im Schwebebahnhof Sonnborn seinen zerbrochenen Schirm.

Nach den Schrecksekunden an der Schwebebahn: Kurt Mutzberg zeigt nach seinem Sturz im Schwebebahnhof Sonnborn seinen zerbrochenen Schirm.

Beim Unfall kam er mit Prellungen davon.

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Nach den Schrecksekunden an der Schwebebahn: Kurt Mutzberg zeigt nach seinem Sturz im Schwebebahnhof Sonnborn seinen zerbrochenen Schirm.

Wuppertal. Sein Leben lang benutzt Kurt Mutzberg schon die Schwebebahn - in 72 Jahren kamen da eine Menge Fahrten zusammen. Die vom Donnerstagabend wird der Wuppertaler so schnell aber nicht vergessen: Beim Ausstieg im Bahnhof Sonnborn fiel Mutzberg aus dem Zug auf den Bahnsteig - und musste mit Prellungen für mehrere Stunden zu Untersuchungen ins Krankenhaus.

Was den 72-Jährigen überrascht, ist die Reaktion beim Beschwerdemanagement der Stadtwerke. "Als ich am Freitagmorgen direkt bei den WSW anrief, wurde ich an die Rechtsabteilung verwiesen. Die sei aber erst am Montag wieder zu erreichen."

WSW: Fahrer hat den Unfall vorschriftsmäßig gemeldet

Dieser Hinweis sei korrekt, erklärt WSW-Sprecher Holger Stephan auf WZ-Nachfrage: Bei dem Zwischenfall zerbrach Mutzbergs Regenschirm - mit Schadensfällen und deren Regulierung befasse sich nun einmal die Rechtsabteilung. Der Fahrer des Zuges habe den Unfall am Bahnsteig in Sonnborn jedenfalls wie vorgeschrieben gemeldet.

Und so hat sich er sich laut Mutzberg zugetragen: Als er am Donnerstag gegen 19.10Uhr in Sonnborn aus der Schwebebahn aus dem Zug Richtung Vohwinkel aussteigen wollte, schlossen sich mit einem Mal die Zugtüren. Dabei zerbrach Mutzbergs Regenschirm - und er selbst fiel vom Zug aus auf den Bahnsteig.

Daraufhin sei der Fahrer der Schwebebahn ausgestiegen und habe sich um ihn gekümmert. "Ich stand ja völlig neben mir", erinnert sich Mutzberg im Gespräch mit der WZ an die Schrecksekunden.

Über eine Lichtschranke verfügen die Türen der Schwebebahn nicht - am Türgummi sind aber Kontaktleisten eingearbeitet, die dafür sorgen, dass die Türen wieder aufspringen, etwa, wenn ein Gegenstand eingeklemmt wird.

Solange die Türen einer Schwebebahn nach dem Knopfdruck des Fahrers nicht komplett geschlossen sind, kann der Zug nicht weiter fahren - zur Sicherheit. Wichtig: Per Kamera hat der Fahrer immer nur die Außenseite des Zugs im Blick.

Die WSW raten Passagieren, vor dem Ausstieg frühzeitig zur Tür zu gehen. Gerade auf ältere Passagiere sollte Rücksicht genommen werden, damit sie nicht zu spät zur Tür kommen. Genau das sei aber immer wieder ein Problem.

Auf einen Krankenwagen hat Mutzberg verzichtet - und ist per Taxi ins Helios-Klinikum gefahren, um sich dort untersuchen zu lassen und Schmerztabletten zu bekommen. "Gegen Mitternacht war ich dann wieder zu Hause." Es blieb bei Prellungen im Kopf- und Nackenbereich - auch seine Hand habe er sich beim Sturz verletzt. Neben seinem Regenschirm will der 72-Jährige auch die Taxi-Fahrt ins Krankenhaus erstattet haben.

Vorfälle dieser Art seien bedauerlich, ereigneten sich aber immer wieder, berichtet Holger Stephan: So sei zu beobachten, dass gerade ältere Passagiere beim Halt ihres Zuges im Bahnhof bis zuletzt auf ihrem Platz sitzen bleiben - und dann zu spät zur Tür gehen, um auszusteigen (siehe auch Info-Kasten oben).

Dabei gibt es zwei Probleme: Einerseits zeigt das Kamerabild beim Fahrer nur die Außenseite des Zuges - und eben nicht den Innenraum. Andererseits kann das Schließen der Zugtüren per Knopfdruck nicht sofort wieder rückgängig gemacht werden. Im Ernstfall sorgt eine Kontaktleiste dafür, dass die Tür wieder aufspringt - und der Zug nicht losfahren kann.

Für Kurt Mutzberg ist das ein schwacher Trost. Ihm sitzt der Schrecken nach dem Sturz noch im Nacken. Vom Fahrer bekam er nach dem Unfall eine handschriftliche Notiz mit der WSW-Kontaktnummer. "Spätestens am Telefon hätte ich mich über eine Entschuldigung gefreut."

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