Hinter den Kulissen: Bedingt durch die starken Schneefälle der letzten Tage häufen sich Beschwerden über den Winterdienst der Städte im Bergischen.

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Den Winter im Blick, den Bürger am Telefon: Sabine Dorenbeck und ihre Kollegen im Bergischen Service-Center müssen sich in diesen Tagen verstärkt mit Beschwerden zum Winterdienst auseinandersetzen.

Den Winter im Blick, den Bürger am Telefon: Sabine Dorenbeck und ihre Kollegen im Bergischen Service-Center müssen sich in diesen Tagen verstärkt mit Beschwerden zum Winterdienst auseinandersetzen.

Andreas Fischer

Den Winter im Blick, den Bürger am Telefon: Sabine Dorenbeck und ihre Kollegen im Bergischen Service-Center müssen sich in diesen Tagen verstärkt mit Beschwerden zum Winterdienst auseinandersetzen.

Wuppertal. An normalen Tagen rufen zwischen 2600 und 3000 Bürger im Bergischen Service-Center der Städte Remscheid Solingen und Wuppertal an. In der vergangenen Woche waren es bis zu 6700Anrufer täglich. Der Grund: Das Service-Center ist auch die Hotline für all jene, die sich über den Winterdienst beschweren wollen. Und da dieser so viel damit zu tun hatte, die Hauptstraßen von Schnee und Eis zu befreien, blieben Nebenstraßen ungeräumt - zum Ärger der Bürger.

Schneechaos: Überlasteter Winterdienst, überforderte Bürger

"In Notfällen haben wir den Winterdienst aber auch in die Nebenstraßen geschickt", erzählt Silke Lübeck und erinnert sich an eine Familie mit einem Kind, das an Diabetes leidet. Die Mutter war im Krankenhaus, der Vater auf Geschäftsreise und die Großmutter mit der Enkelin und einem pflegebedürftigen Nachbarn eingeschneit. Der Pflegedienst kam nicht zum Nachbarn durch und die Dame mit ihrer Enkelin nicht zum Einkaufen, da sie ihren Wagen nicht alleine freischaufeln konnte. Eine E-Mail von Silke Lübeck genügte, und schon hatte sich der Leiter des Winterdienstes eine Lösung einfallen lassen: Die Straße war wieder frei.

Doch nicht jedem Bürger konnte auf so unkomplizierte Weise geholfen werden. Umso erzürnter waren viele Anrufer. Ist an normalen Tagen mit einer Wartezeit von durchschnittlich 30 Sekunden zu rechnen, waren es Montag und Dienstag mehr als fünf Minuten. Bis zu 50 Anrufer hingen in der Warteschleife, was nicht zu einer Entspannung der aufgebrachten Bürger führte. Von mehr oder weniger harmlosen Beleidigungen bis hin zu Drohungen, mussten sich die Mitarbeiter des Service-Centers einiges anhören. Unhöflich dürfen sie selbst nicht werden. Da hilft nur auflegen. "Wenn es jemandem zu viel wird, holen wir ihn aus dem Gespräch raus", sagt Axel Heinemann, Leiter des Service-Centers.

Normalbetrieb am Freitag, neue Schneefälle für Sonntag angesagt

"Nicht nur der Winterdienst, auch die Bürger selbst sind mit den Schneemassen schlichtweg überfordert", glaubt Silke Lübeck und zeigt Verständnis für die Probleme der Anrufer, die schon lange nicht mehr mit solchen Schneemassen zu kämpfen hatten und dennoch zur Arbeit mussten.

Freitag war beinahe wieder Normalbetrieb im Service-Center angesagt. Bis 12 Uhr gingen "nur" 1780 Anrufe ein. Fragen zu Personalausweis, Führerschein und Elterngeld gehören dann zum Tagesgeschäft für Lübeck und ihre Kollegen. Der Schnee war gleichwohl weiterhin Thema. Es meldeten sich Bürger, deren Nachbarn die Gehwege vor ihrem Haus nicht geräumt hatten - ein klarer Fall für das Ordnungsamt.

Da am SamstagTemperaturen über null Grad erwartet werden, fahren die Mitarbeiter des städtischen Winterdienstes eine Sonderschicht - und das freiwillig: Wie es auf WZ-Nachfrage von der Stadt heißt, sollen heute im Laufe des Tages die Nebenstraßen der Priorität 2 abgearbeitet werden, um sie weitgehend von Schnee und Eis zu befreien.

Beim Einsatz außer Plan kann es vorkommen, dass Zufahrten beim Räumen in Mitleidenschaft gezogen werden - die Stadt bitte die Anwohner vorab um Verständnis: Wichtig sei es jetzt vor allem, die Straßen bestmöglich frei zu bekommen, da es in der nächsten Woche bereits wieder kälter werden und schneien soll. Gestern Morgen wurde damit begonnen, nach den Haupt-, die Nebenstraßen abzuarbeiten. Das soll heute weitergehen. Jede Stadtstraße sei mindestens einmal bearbeitet worden, wobei das Streusalzgemisch nur dann optimal wirkt, wenn es festgefahren wird und einwirken kann.

Um die Linienbus-Strecke am Mastweg in Cronenberg zu räumen, gab es am Freitag eine konzertierte Aktion der Stadt und der Stadtwerke: Dabei wurden auch die Besitzer geparkter Wagen angesprochen und auf die beengten Straßenverhältnisse aufmerksam gemacht.

Für Sonntag sind neue Schneefälle angekündigt. Viele Mitarbeiter des Service-Centers haben sich - wie am vergangenen Sonntag auch - wieder freiwillig zum Telefondienst gemeldet.

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