Der 11-Jährige blieb unverletzt. Die 69-Jährige wurde entlassen. Sie zahlt eine Geldauflage von 250 Euro an Kinderschutzbund.

Wuppertal. Es war am Mittag des 12. Dezembers des vergangenen Jahres: In einem Bus für behinderte Kinder sollen einer 69  Jahre alten Bus-Fahrerin die Nerven durchgegangen sein. Wie berichtet, beobachtete eine Passantin an der Gronaustraße, wie die 69-Jährige ausstieg, in den Fahrgastraum ging und dort einem geistig behinderten Jungen  (11) aus Solingen den Mund mit Klebeband zugeklebt haben soll. Die Zeugin erstattete Anzeige.

Jetzt hat das Amtsgericht mit Zustimmung der beschuldigten Fahrerin und der Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen eine Geldauflage eingestellt: Sobald die 69-Jährige einen Betrag von 250 Euro in 50er-Raten an den Kinderschutzbund gezahlt hat, ist der Fall endgültig erledigt.

Kleben mit Kreppband nicht als "grobes Quälen" gewertet

Der Vorwurf gegen die zuvor vollkommen unbescholtene Fahrerin lautete "nur noch" auf Körperverletzung. Ursprünglich war wegen Kindesmisshandlung ermittelt worden. Laut Staatsanwaltschaft ist das vom Tisch. Begründung: Die 69-Jährige habe ein Kreppband benutzt. Das ließe sich leichter und somit schmerzfreier ablösen, als herkömmliches Klebeband. Deswegen handele es sich bei der Klebeaktion nicht um ein grobes Quälen. Auch sei die Nase des Jungen seinerzeit freigeblieben. Und: Der 11-Jährige wurde laut Staatsanwaltschaft nicht verletzt.

Grund für die Klebeaktion: Der 11 Jahre alte, behinderte Junge soll die Fahrerin mit der pausenlosen Nennung von Geschlechtsteilen entnervt haben.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte jetzt, dass sich das Unternehmen, für das die Frau seit Jahrzehnten ohne Beanstandung fuhr, von ihr getrennt hat.

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