Wuppertals israelische Partnerstadt wurde von mehreren Raketen getroffen – bislang ohne Verletzte.

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Bild oben: Ein Mann betrachtet das Loch, das eine palästinensische Rakete in einen leeren Klassenraum einer Schule geschlagen hat. Aus Angst vor den Angriffen suchen die Bewohner der Stadt Unterschlupf in Schutzräumen – wie diese Frau auf dem unteren Bild.

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Wuppertal. Die WZ hatte es bereits berichtet: Die palästinensische Hamas-Organisation verfügt seit Neuestem über Raketen, die auch Wuppertals Partnerstadt Beer Sheva bedrohen können. Aus der abstrakten Bedrohung wurde jetzt zerstörerische Realität.

Seit Dienstag sind mehrere Raketen im Stadtgebiet niedergegangen, haben nach Angaben des Freundeskreises Beer Sheva und internationaler Medien unter anderem einen Kindergarten und eine Schule im Stadtzentrum getroffen. Verletzte gab es dabei bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht - doch in Wuppertals Partnerstadt herrscht seither Anspannung und Furcht.

Die bislang glimpflichen Folgen der Raketenangriffe sind den Vorsichtsmaßnahmen der israelischen Behörden zu verdanken: In der 190000-Einwohner-Stadt sind seit Silvester die Schulen geschlossen - eine Anweisung der israelischen Heimatschutzbehörde für alle Städte, die in einem 40-Kilometer-Radius rund um den Gaza-Streifen liegen. Auch die Ben-Gurion-Universität soll Medienberichten zufolge geschlossen sein.

Immer wieder unterbricht
Raketen-Alarm den Alltag

So mussten infolge der jüngsten Angriffe lediglich mehrere Menschen wegen Schockzuständen behandelt werden - das will Arno Gerlach, Vorsitzender des Freundeskreises Beer Sheva, bei seinen täglichen Telefonaten mit israelischen Freunden erfahren haben. Der Vorstand des Freundeskreises hat Beer Shevas Bürgermeister Rubik Danilovich sein Mitgefühl übermittelt. "Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten an der Seite der unmittelbar Betroffenen und der gesamten in Gefahr befindlichen Bevölkerung unserer Partnerstadt", so Gerlach in einer Pressemitteilung.

In der Stadt selbst leben die Menschen nun in ständiger Angst. Viele Geschäfte seien geschlossen, berichtet der Schriftsteller Henryk M. Broder bei "Spiegel online" aus Beer Sheva. Die israelischen Behörden haben die Bevölkerung aufgerufen, sich nicht im Freien aufzuhalten. Immer wieder, so Broder, unterbreche Raketenalarm den Alltag, flüchteten die Menschen in Schutzräume.

In den Gottesdiensten zum Jahreswechsel haben die evangelischen Gemeinden im Kirchenkreis Wuppertal für Frieden im Nahen Osten gebetet. In der Fürbitte heißt es: "Gott, verhindere, dass dieser Konflikt uns ansteckt mit seinem Hass."

Seit Beginn der israelischen Offensive im Gazastreifen am vergangenen Samstag sind mehr als 250 Raketen auf israelischem Gebiet niedergegangen, dabei starben vier Menschen. Auf palästinensischer Seite forderten israelische Militäraktionen mehr als 400 Tote und 2000 Verletzte.

 

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