Am Döppersberg müssen der untere und der obere Platz vor Mall und Bahnhof aufgefüllt werden.

Am Döppersberg müssen der untere und der obere Platz vor Mall und Bahnhof aufgefüllt werden.
60 Zentimeter müssen am historischen Empfangsgebäude ausgeglichen werden. Am oberen Platz sollen grüne Hügel entstehen.

60 Zentimeter müssen am historischen Empfangsgebäude ausgeglichen werden. Am oberen Platz sollen grüne Hügel entstehen.

Die Mall mit den Mikado-Stäbchen und der Treppe zum Busbahnhof.

Stefan Fries, Bild 1 von 2

60 Zentimeter müssen am historischen Empfangsgebäude ausgeglichen werden. Am oberen Platz sollen grüne Hügel entstehen.

Döppersberg. Alles ist noch ein bisschen niedriger, als es am Ende sein wird. Der untere Platz des Döppersbergs muss noch um anderthalb Meter aufgeschüttet werden. Der obere um 60 Zentimeter. Das ist nicht alles, was fehlt. Aber dabei muss der Besucher der Großbaustelle im Herzen der Stadt vielleicht noch am meisten Fantasie aufbringen, um es sich vorzustellen. Denn vieles andere ist sichtbar und begehbar.

Die Sichtachse zum Bahnhof ist frei. Und im Herbst oder Winter soll auch der Weg frei sein: Dann sollen Wuppertaler und Besucher aus der Poststraße über die Wupperbrücke und die Geschäftsbrücke, vorbei an Primark, in die Mall – die Bahnhofshalle – gehen und vor dort zu den Zügen.

Die Winkel der Fenster geben neue Sichtachsen frei

Ein neuer Weg in der Stadt entsteht. Einer, den auch jetzt schon gehen kann, wer mit der Projektleiterin Martina Lager über die Baustelle spaziert. Beginnend am Köbo-Haus gibt es einen freien Blick auf den Bahnhof. Darunter zeichnen sich die Glasfassaden der Mall ab, der Eingangshalle des Bahnhofs. Auf dem Weg dorthin gehts auf die Geschäftsbrücke über die B7. Die Glasfassaden der Geschäftsgebäude sind verwinkelt angebracht. „Das ist echt nicht 08/15“, sagt Langer. Faltfassaden nennt sich das. In den Glasscheiben spiegeln sich der Himmel und die Bundesbahndirektion, die einmal das Outlet Center werden wird, und der Primark-Kubus, der mittlerweile mit Kupfer-Platten verkleidet ist. Die Winkel geben andere Sichtachsen frei, andere Blickwinkel.

Wer dann vor der Mall steht, der Eingangshalle zum Bahnhof, hat das – richtige – Gefühl in einem großstädtischen Bahnhof zu stehen. An den Glasfassaden steht in großen Lettern „Hauptbahnhof“. Die Türen bringen den Gast in eine Halle, die über Tageslichtöffnungen beleuchtet wird. Die sind von riesigen Stangen umgeben, die an fallende Mikado-Stäbchen erinnern. Die sollen sich auch am Busbahnhof wiederfinden, der über eine große Treppe auf der linken Seite erreicht werden kann. Rechts gehts zu den Gleisen, vorbei an der ehemaligen Buchhandlung und dem früheren Bäcker Büsch. „Der kommt auch wieder rein“, sagt Langer begeistert. An der Wand klafft eine Lücke, wo die Anzeigentafel hängen wird. Das Besondere nach Meinung von Langer ist aber die Decke: „Die bewegt sich. Aus statischen Gründen zieht sie sich zusammen und dehnt sich aus. Das mussten wir auch beim Einbau der Glaswände und Elektronik berücksichtigen.“

Der Busbahnhof oben sieht weit fortgeschritten aus. Angepeilt wird trotzdem Ende 2018. Die Planung will da kein Risiko eingehen. Was fehlt, sind die Überdachungen. Die bekommen die Mikado-Optik wie die Mall. „Das wird noch dauern. Jeder Bussteig wird individuell gemacht“, erklärt Langer.

Vom Busbahnhof in Richtung oberer Platz geht eine Mauer entlang, die die Mall nach vorne begrenzt. Sie besteht aus Kalksandstein, und wird immer wieder von Lücken unterbrochen. Die Steine werden von unten nach oben auf Metallstäbe geschoben. Bis Anfang Mai war die Wand noch durch ein Gerüst verdeckt. Jetzt ist sie erstmals frei zu sehen – auch für Martina Langer. Sie schießt ein Handyfoto.

Das gleiche Bild von Sandstein und Lücken hat man übrigens an der Wand vor Primark zur B7 - dort werden die Lücken durch schwarze Steine besetzt. Dort ist auch der Eingang zum Primark-Parkhaus. Der zum Parkhaus der Bahn wird über die Morianstraße erreicht. Das Parkhaus hat Kiss & Ride-Plätze, aber auch aktuell 20 Fahrradboxen. „Das werden wohl noch 30“, sagt Langer. Direkt gegenüber entsteht außerdem das Radhaus - hinter dem Primark. Dort stehen jetzt zwei Mauern zwischen B7 und Morianstraße. „Die werden aufgefüllt, dann kommt das Radhaus darauf“, erklärt Langer. Denn vieles ist eben noch nicht ganz auf der Höhe, auf der es später sein soll.

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